Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen auf der Parkinsel (Foto: Festival des Deutschen Films)

Neue Vereinbarung mit Stadt

Besucher-Obergrenze für Festival des deutschen Films in Ludwigshafen

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AUTOR/IN
Sebastian Barth

Anwohner haben in den vergangenen Jahren kritisiert, dass das Festival des deutschen Films immer größer wurde. Jetzt sagen die Betreiber: Nicht mehr als 120.000 Besucher.

Nach Angaben von Festivaldirektor Michael Kötz soll mit einer Besucherbegrenzung das Areal auf der Parkinsel geschützt werden. Anwohner hatten kritisiert, dass durch den Auf- und Abbau Schäden am alten Baumbestand entstehen. Auch würde der Boden durch die schweren Fahrzeuge, die Material anliefern, immer weiter verdichtet. Wasser könne nicht mehr richtig abfließen. Nach Regenfällen bildeten sich riesige Pfützen.

Im Video zeigt Experte Volker Ziesling Schäden an den Bäumen:

Lange Nägel für die Festivalzelte auf der Parkinsel

Die Anwohner kritisieren auch, dass für die Befestigung der Kinozelte lange Nägel in den Untergrund getrieben werden - und so mitten durch das Wurzelwerk der rund 200 Jahre alten Platanen, die auf der Parkinsel und damit auf dem Festivalgelände stehen.

Dem Anwohner Richard Springer geht es vor allem um die langen Nägel im Boden, sagt er im Video:

Unterschiedliche Bewertungen der Schäden

Die "Interessengemeinschaft Stadtpark" hatte einen Diplom-Forstwirt zu Rate gezogen. Dieser sagte dem SWR, dass an der Rinde der alten Platanen Pilzbefall sichtbar sei. Pilze könnten die Platanen aushöhlen und so sei die Standfestigkeit gefährdet.

Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen auf der Parkinsel (Foto: Festival des Deutschen Films)
Die romantische Stimmung lockt viele Besucher auf die Parkinsel Festival des Deutschen Films Bild in Detailansicht öffnen
Kritiker sagen, der Boden wird verdichtet. Bild in Detailansicht öffnen
Wasser könne nicht richtig abfließen Bild in Detailansicht öffnen
So sieht der Bereich aus, der nicht bespielt wird. Bild in Detailansicht öffnen
Festivalbetreiber argumentieren: Nur ein fünftel der Parkanlage wird fürs Festival genutzt Festival des Deutschen Films Bild in Detailansicht öffnen
speziell verfüllte Bohrungen (hier vormarkiert) sollen künftig Luft in den Boden an die Platanen bringen. Bild in Detailansicht öffnen
Künftig werde der Boden sondiert, bevor die Befestigungsnägel für die Zelte eingeschlagen werden, sagen Stadt und Festivalbetreiber Bild in Detailansicht öffnen
Die Parkinsel solle als Schauplatz für das Filmfestival in Ludwigshafen erhalten bleiben. Festival des Deutschen Films Bild in Detailansicht öffnen

Stadt Ludwigshafen widerspricht

Die Leiterin des Bereichs Grünflächen der Stadt Ludwigshafen widerspricht. Die Bäume wiesen lediglich morsche Stellen oder Höhlungen auf, die bei Platanen in diesem hohen Alter normal seien. Die Platanen würden regelmäßig gründlich überprüft und morsche Äste zurück geschnitten. Die Stadt wolle eine Gefahr für die Festival-Besucher unbedingt ausschließen.

"Das Festival lebt von dieser Location und das ist auch der Grund, warum wir diese Parkinsel hüten wie unseren Augapfel. Wir versprechen es. Wir werden alles tun, damit nicht ein einziger Baum umfällt."

Öko-Bauaufsicht beim Festivalaufbau

Jetzt gibt es einen Vorschlag zur Güte: Beim Aufbau soll laut der neuen Vereinbarung zwischen Festivalbetreibern und Stadt eine Öko-Bauaufsicht eingesetzt werden. Diese soll während der gesamten Zeit des Aufbaus überwachen, ob die Auflagen der Stadt erfüllt werden.

Unter anderem sollen große Platten auf dem Boden den punktuellen Druck der Baufahrzeuge reduzieren. In Bezug auf die langen Zeltnägel werde künftig mit speziellen Boden-Sondiergeräten genau geschaut, wo man diese Nägel in den Boden treiben kann, ohne dass Wurzeln der Platanen beschädigt werden.

Festivaldirektor hält an Parkinsel fest

Ein Festival ohne das Flair der Parkinsel sei kaum möglich, sagt Festivaldirektor Michael Kötz. Ihm liege viel daran, sagte er dem SWR, dass das Festival von allen - auch von den Anwohnern und denjenigen, die sich Sorgen um die Natur machen - angenommen werde.

Eine Möglichkeit, an einem anderen Ort das Festival in Ludwigshafen abzuhalten, gebe es nicht. Alle Beteiligten - auch bei der Stadt - seien sich einig, dass das Festival nur an diesem malerischen Ort funktioniere. Es sei ein Ort von einer "unverhofften Eleganz" mit der man in "der Chemiestadt Ludwigshafen einfach nicht rechnet", so Kötz.

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