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Die Landesregierung hat die Feuerwehren im Land aufgerufen, beim Betrieb der Corona-Teststationen zu helfen. Der Vorschlag sorgt in der Pfalz für heftige Diskussionen.

Die Mehrheit der Pfälzer Feuerwehren will nicht beim Betrieb der Stationen helfen. Die eigenen Leute als Tester einzusetzen, kommt für viele nicht in Frage, etwa für die Wehren im Kreis Bad Dürkheim und im Kreis Germersheim: Das Risiko sei zu groß, dass sich Feuerwehrleute dabei mit Corona anstecken - und dann nicht mehr bei Bränden oder Verkehrsunfällen helfen könnten.

"Ich will niemandem sagen müssen, dass sein Kind gestorben ist, weil unsere Wache in Quarantäne war, weil wir davor testen mussten, und die nächste Feuerwehr dann den längeren Weg zum Einsatzort hatte."

Michael Müller, Kreisfeuerwehrinspekteur in Bad Dürkheim

Im Rhein-Pfalz-Kreis hingegen würde laut Kreisverwaltung gut die Hälfte der Feuerwehrleute auch als Tester helfen. Auch in Neustadt sei die Bereitschaft da, teilt die Stadt mit. Vorerst wolle sie die Testzentren aber ohne die Feuerwehr planen.  

Aufbauen ja, dableiben nein

Anders sieht die Sache aus, wenn es um den Aufbau der Teststationen geht. Ein Großteil der angefragten Feuerwehren meldet dem SWR zurück, dass man sich ja nicht grundsätzlich verweigern wolle, und durchaus bereit sei, zumindest bei der Einrichtung der Stationen zu helfen.

Feuerwehr in Neustadt an der Weinstraße (Foto: SWR)
Die Hauptfeuerwache der Freiwilligen Feuerwehr in Neustadt an der Weinstraße.

Land rudert zurück

Letzte Woche hatte die Landesregierung die Feuerwehr für das Projekt "Testen für alle" ins Spiel gebracht. Auf der Facebookseite des Landesfeuerwehrverbands tobt seitdem eine Diskussion: Der Vorschlag, freiwillige Feuerwehrleute in einer Nacht–und Nebelaktion zu Schnell-Testern zu machen, sei verantwortungslos und hochgefährlich, schreibt ein Teilnehmer. Ein weiterer User– dem Profil nach selbst bei der Feuerwehr – empört sich, dass sie derzeit kaum trainieren dürften, zugleich aber für solche Einsätze herangezogen werden sollten. Das Land hat am Montag mit einer Stellungnahme reagiert: Die Mitarbeit der Feuerwehr sei freiwillig.

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