Die Kulisse des Filmfestivals in Ludwigshafen am Abend. (Foto: Festival des deutschen Films Ludwigshafen)

Großes Kino auf der Parkinsel

Festival des deutschen Films in Ludwigshafen hofft auf 90.000 Besucher

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Vom 24. August bis zum 11. September heißt es auf der Ludwigshafener Parkinsel wieder: großes Kino! Beim Festival des deutschen Films - in diesem Jahr erstmals wieder ohne Corona-Auflagen.

Am 24. August startet auf der Ludwigshafener Parkinsel zum 18. Mal das Festival des Deutschen Films. "Wir werden volljährig", sagt Intendant Dr. Michael Kötz stolz. Er ist froh, dass es in diesem Jahr keine Corona-Auflagen gibt. Bis zum 11. September werden in Ludwigshafen 40 deutsche Filme und neun Gastbeiträge aus dem Ausland gezeigt, sowie sieben Kinderfilme. Kötz erwartet 90.000 Besucher - mehr als im vergangenen Jahr, aber weniger als vor der Pandemie.

Leindwand im Freien, Menschen sitzen davor. (Foto: Festival des deutschen Films / Foto: Sebastian Weindel )
Open-Air-Kino beim Festivals des deutschen Films auf der Ludwigshafener Parkinsel im vergangenen Sommer Festival des deutschen Films / Foto: Sebastian Weindel

Keine guten Erinnerungen hat Intendant Michael Kötz an das vergangene Festival auf der Parkinsel. "2021 war das schrecklichste Jahr, um ein Festival zu planen. Wegen Corona-Auflagen hatten wir fünf verschiedene Pläne entworfen – und wussten erst ganz kurz vor dem Start, welcher Plan umgesetzt werden kann."

Festival des deutschen Films 2022 kleiner als vor der Pandemie

2022 gibt es keine Einschränkungen wegen der Pandemie. Die Veranstalter sind trotzdem vorsichtig: "Wir werden aber freiwillig die Zahl der Sitzplätze in den Zeltkinos reduzieren. Die Bestuhlung wird luftiger. Denn den Menschen ist es derzeit unheimlich, sehr eng sitzen zu müssen", erklärt der Intendant. So werden für das große Kinozelt statt 1.200 Karten nur rund 1.000 pro Vorstellung verkauft.

Besucher und Atmosphäre beim Filmfestival in Ludwigshafen (Foto: SWR, Panja Schollbach)
Viele Besucher des Filmfestivals genießen vor oder nach den Filmen noch die besondere Atmosphäre unter den Bäumen am Rheinufer Panja Schollbach

BASF wichtigster Sponsor für Filmfest in Ludwigshafen

Lobende Worte fand Michael Kötz für die BASF. "Ohne den Chemiekonzern gäbe es unser Festival nicht. Die BASF gibt uns einen schönen Haufen Geld." Laut Kötz beträgt der Etat des Festivals zwei Millionen Euro. Die Stadt Ludwigshafen und das Land Rheinland-Pfalz übernehmen davon neun Prozent. 75 Prozent werden durch den Ticket-Verkauf gedeckt, der Rest von der BASF und anderen Sponsoren.

Zum Vergleich: Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, das Kötz 28 Jahre lang leitete, deckt nach seinen Angaben 80 Prozent des Etats durch Steuergeld.

Festival-Leiter Kötz: "Naturschutz ist Sache der Stadt Ludwigshafen"

Kritische Fragen zu Umweltbelastungen, die vom Festival ausgehen, blockte Kötz gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz ab. Bürger hatten im vergangenen Jahr im Landschaftsschutzgebiet Parkinsel erhebliche Schäden an Bäumen und auf Wiesen dokumentiert. Das sei Sache der Stadt Ludwigshafen, so Kötz. Sie habe das Festival genehmigt und sie stehe in der Kritik. Er werde nur über das Programm des Festivals sprechen.

Fotos von Schäden auf der Parkinsel in Ludwigshafen (Foto: Yvonne Redal)
Anwohner kritisieren, das Filmfestival gefährde die Natur und besonders die alten Bäume auf der Ludwigshafener Parkinsel Yvonne Redal

Intendant Kötz: "Wir wollen nicht wachsen"

Allerdings sagte der Festivaldirektor später, man werde die Parkinsel "schonen und hüten", schon aus Eigeninteresse. Man habe die Zahl der Zeltkinos in diesem Jahr freiwillig von vier auf drei reduziert. "Wir wollen nicht weiter wachsen. Wir meinen es wirklich ernst."

Besucherzahlen wie vor der Pandemie werde es nicht mehr geben. 2019 waren 120.000 Gäste ins Landschaftsschutzgebiet gekommen. In diesem Jahr erwartet Kötz maximal 90.000 Besucher. Damit wäre Ludwigshafen nach der Berlinale weiter der zweigrößte Filmfestival in Deutschland. Laut Kötz gibt es bundesweit 400 Festivals.

Breites Programm beim Festival des deutschen Films

In diesem Jahr werden auf der Parkinsel 40 deutsche Filme sowie als Gastbeiträge neun ausländische Produktionen gezeigt, außerdem sieben Kinder-Filme. "Die Bandbreite ist gewaltig", so Festival-Intendant Michael Kötz: vom sehr anspruchsvollen Film bis zur leichten Komödie. Leicht und lustig ist der Auftaktfilm am 24. August. Die vom Hessischen Rundfunk produzierte Komödie "Sayonara Loreley" spielt in Rüdesheim.

Der Preis für Schauspielkunst geht in diesem Jahr erstmals an zwei Frauen, nämlich an Anne Ratte-Polle und an Verena Altenberger. Den Drehbuchpreis bekommen Eva und Volker A. Zahn, unter anderem für ihren Tatort-Krimi "Borowski und die große Wut". Auch dieser Film wird in Ludwigshafen gezeigt.

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Joachim Król gibt auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen Autogramme Festival des deutschen Films / Foto: Sebastian Weindel

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SWR