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Das Klinikum der Stadt Ludwigshafen will alle Corona-Schutzmasken, die im Krankenhaus eingesetzt werden, überprüfen lassen. Der SWR hatte berichtet, dass die im Klinikum verwendeten Masken aus China nur unzureichend vor dem Corona-Virus schützen würden.

Daraufhin hat das Klinikum alle sogenannten KN95-Masken aus dem Verkehr gezogen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, kündigt das Klinikum juristische Schritte gegen Lieferanten und Hersteller an.

Laut Untersuchungen im Auftrag des ARD-Politikmagazins Report Mainz sind im Klinikum Ludwigshafen mangelhafte Filtermasken zum Einsatz gekommen. Das Klinikum schließt nicht aus, dass sich dadurch Patienten mit Corona angesteckt haben könnten.

Die Masken sollten Mitarbeiter und Patienten eigentlich vor Ansteckungen mit dem Corona-Virus schützen und wurden nach Angaben des Klinikums Ludwigshafen auch in den Covid- und Intensivstationen eingesetzt. Es handelt sich dabei laut Aufdruck um eine so genannte KN95-Maske aus China, deren Schutzstandard mit FFP2-Masken vergleichbar sein sollte.

Fehlerhafte Maske lässt über 40 Prozent der Viren durch

Report Mainz hat jeweils eine dieser Filter-Masken, die von einer Pflegekraft des Klinikums zur Verfügung gestellt wurden, von einem Sachverständigen für Schutzausrüstung und einem Labor der Dekra untersuchen lassen. Das Ergebnis: Es fehlten nötige Filter-Schichten in der Maske, laut Laboruntersuchung würde sie 42,8 Prozent der Viren passieren lassen - erlaubt sind aber maximal sechs Prozent.

Mit den Ergebnissen dieser Tests konfrontiert, hat das Klinikum Ludwigshafen am vergangenen Freitag nach eigenen Angaben die Masken dieses Typs aus allen Klinikbereichen entfernt. Man habe sich damals beim Einkauf des Produkts die erforderlichen Unterlagen zusenden lassen. "Für unser Haus gab es zum damaligen Zeitpunkt keinen Anhaltspunkt, der Gründe zum Zweifeln für uns geboten hätte", teilte eine Sprecherin des Klinikums schriftlich mit.

Städtisches Klinikum Ludwigshafen (Foto: SWR)

Klinikum Ludwigshafen: Vielzahl von Mitarbeitern infiziert

Der ärztliche Direktor der Klinik, Prof. Günter Layer, schloss im Interview mit Report Mainz nicht aus, dass es zu Covid-19-Infektionen wegen der mangelhaften Maske gekommen sei. "Wir haben eine Vielzahl von Mitarbeitern, die infiziert sind, auch eine Vielzahl von Mitarbeitern, die in Quarantäne sind." Die Maske sei auf vielen Stationen zum Einsatz gekommen, darunter acht Stationen, auf denen Covid-Patienten behandelt werden. Patienten hätten sich auch im Klinikum Ludwigshafen angesteckt.

Aufgrund der aktuellen Auslastung mit etwa 128 Covid-Patienten seien alle planbaren Eingriffe inzwischen abgesagt worden, teilte das Klinikum kürzlich mit.

Nach Einschätzung von Experten könnten hunderttausende der in Deutschland im Umlauf befindlichen FFP2- und KN95-Masken problematisch sein. In den Labors der Dekra, einer zertifizierten Prüfstelle für solche Filtermasken, seien bei Tests bislang mehr als 80 Prozent Produkte durchgefallen, teilt Geschäftsführer Jörg-Timm Kilisch mit.

Auch fehlerhafte Masken in Apotheke

Report Mainz konnte in mindestens einem Fall nachweisen, dass auch in einer Apotheke mangelhafte Masken ausgegeben wurden. Sie hatte eine mehr als fünffache Virenlast durchgelassen als rechtlich zulässig.

Das Bundesgesundheitsministerium plant einem Beschluss von Bund und Ländern zufolge, mehr als 27 Millionen Risikopersonen mit vergünstigten FFP2-Masken zu versorgen. Wie genau das geschehen soll und wie man sicherstellen will, dass keine mangelhaften Masken ausgegeben werden, konnte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage von Report Mainz bislang nicht beantworten. Man arbeite derzeit noch an der nötigen Rechtsverordnung.

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