Weibchen der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) (Foto: Pressestelle, Regierungspräsidium Stuttgart | B.Pluskota (KABS))

Asiatische Stechmücken am Oberrhein

Pfalz: Schnakenbekämpfer im Einsatz gegen die Tigermücke

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Hohle Zaunpfähle, verstopfte Dachrinnen, ein vergessener Blumentopf mit Wasser - das sind ideale Brutstätten für die Tigermücke. In Germersheim wird der aggressive Blutsauger gerade bekämpft.

Bewaffnet mit grünen Pumpsprühflaschen steuern Dylan und Moritz Gießkannen, Topfuntersetzer oder eben Regentonnen in einem großen Garten in Germersheim an. Die beiden sind im Auftrag der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) auf der Jagd nach den Brutstätten der Asiatischen Tigermücke. In den grünen Flaschen befindet sich der biologische Wirkstoff B.t.i., der die Larven der Mücke abtötet.

Tigermücken (Foto: SWR)
Mitarbeiter der KABS bekämpfen die Larven der Tigermücke in einem Gaten in Germersheim mit Sprühflaschen.

Speyer: Tigermücke verfolgt ihre Opfer regelrecht

"Die Tigermücke zu bekämpfen, ist notwendig, weil sie sehr aggressiv ist: Sie sticht bereits am Tag und verfolgt uns dabei hartnäckig“, sagt  Artur Jöst, der bei der KABS für exotische Stechmücken zuständig ist. Außerdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie tropische Krankheiten überträgt, deren Erreger von Urlaubern eingeschleppt werden. Dazu gehörten Chikungunya-, Zika-, und Dengueviren. Bislang sei in Deutschland allerdings noch kein Fall dokumentiert.

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Der Name "Tigermücke“ müsste "Zebramücke" heißen

Zu erkennen ist die aus Südostasien eingeschleppte Tigermücke an ihren weiß- und schwarz geringelten Beinen.

Der Name Tiger-Mücke sei irreführend, sagt Jöst. "Mit diesen schwarz-weißen Beinen müsste man sie eigentlich Zebramücke nennen. Bei "Tiger“ denkt man eher an gelb-schwarz oder gelb-braun. Aber Zebramücke - das klingt halt nicht so dramatisch.“

Tigermücke bisher in Germersheim und Ludwigshafen

Die KABS bekämpft entlang des Rheins derzeit sieben bekannte Tigermücken-Populationen, zwei davon in Rheinland-Pfalz - und zwar in Ludwigshafen und in Germersheim.

Bereits in den 1990er Jahren sollen die ersten Tigermücken von Nordamerika nach Norditalien eingeschleppt worden sein - in Schiffsladungen mit Altreifen. Und dann weiter in Lkw und Pkw bis nach Deutschland. Seit 2018 bekämpft die KABS sie in Germersheim und Ludwigshafen. Warum sich die Tigermücken gerade hier angesiedelt haben, ist vermutlich dem Zufall geschuldet, so Jöst: "Möglicherweise haben Urlauber die ersten von einem Campingplatz in Italien mit nach Hause nach Ludwigshafen und Germersheim gebracht. Und weil die Bedingungen gepasst haben, haben sich die Tigermücken hier vermehrt.“

Tigermücken (Foto: SWR)
Anhand solcher Steckmückenfallen stellen die Schnakenbekämpfer fest, ob es noch Tigermücken gibt.

Tigermücke ist äußerst anpassungsfähig

Von Ende April bis Ende September müssen die KABS-Mitarbeiter alle vierzehn Tage die Brutstätten in Gärten und Höfen aufsuchen und den Wirkstoff B.t.i. versprühen. Denn das biologische Bekämpfungsmittel wird sehr schnell in Wasser abgebaut und muss deshalb regelmäßig erneuert werden, sagt Stechmücken-Experte Jöst. Die Tigermücke ist sehr anpassungsfähig. Für die Eiablage reichen ihr selbst kleinste Gefäße. Um der Mücke keine Chance zu geben, sollen beispielsweise Gießkannen immer vollständig entleert und kopfüber hingestellt werden.

Germersheim: Tigermücke soll ausgerottet werden

In Germersheim zeigt das jahrelange intensive Vorgehen gegen die Tigermücke jetzt Erfolg. Die Population sei deutlich ausgedünnt, so Jöst. Das Ziel, die Tigermücke ganz zu eliminieren, sei nahegerückt: "Wir sind guten Muts, dass wir zumindest einen großen Teil des Siedlungsbereiches in diesem Jahr vollkommen von der Tigermücke befreien können.“

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