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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Ärztin aus Haßloch (Kreis Bad Dürkheim), weil sie Patienten mit falschen Attesten von der Corona-Maskenflicht befreit haben soll. Nun schaltet sich auch die Landesärztekammer ein.

Nach Angaben der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz soll die Ärztin ein Schild in ihrer Praxis aufgehängt haben mit der Aufschrift „Keine Maskenpflicht“. Kammerpräsident Günther Matheis sagte, das Verhalten der Medizinerin sei alles andere als korrekt.  Deswegen habe die Kammer gegen die Haßlocherin ein Ordnungsgeld verhängt. Wie hoch die Summe ist, dazu wollte Matheis nichts sagen. Grundsätzlich seien aber bis zu 50.000 Euro möglich.

Wie bereits berichtet, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen die Frau. Sie glaubt, dass die Ärztin aus dem Raum Haßloch im August 2020 Patienten falsche Atteste ausgestellt hat, um Patienten von der allgemeinen Maskenpflicht wegen Corona zu befreien. Auch hier ist zudem vom "Keine Maskenpflicht"-Schild die Rede. Aus diesem Grund läuft nach Angaben des Gesundheitsamtes im Kreis Bad Dürkheim ein Bußgeldverfahren gegen sie.

Zudem sollen Patienten und Beschäftigte in der Praxis keine Masken getragen haben, die vorgeschriebenen Abstände von mindestens anderthalb Metern seien nicht eingehalten worden. Die Behörden hatten offenbar die Praxis mehrfach kontrolliert und Bußgelder verhängt. Dagegen wiederum klagt die Medizinerin vor dem Verwaltungsgericht in Neustadt.

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Gegenüber dem SWR hat die Medizinerin aus Haßloch die Vorwürfe der Behörden zurückgewiesen. Sie habe niemals falsche Atteste ausgestellt, sagte sie am Dienstag. Wenn sie Patienten von der Maskenpflicht mit einem Attest befreit habe, dann aus medizinischen Gründen.

Schild "Keine Maskenpflicht" aufgehängt

Die Ärztin räumte ein, das Schild "keine Maskenpflicht" tatsächlich aufgehängt zu haben. Allerdings nur um klarzustellen, so die Ärztin, dass nicht sie selbst ihre Patienten zwinge, eine Maske zu trage. Ihr oberstes Zeil sei es gewesen, sich nicht strafbar zu machen, wenn Patienten durch die Masken gesundheitliche Probleme bekommen. In ihrer Praxis müssten alle Masken tragen – bis auf die, die eben ein Attest hätten.

Die Aussage der Ärztin steht gegen die Informationen der Behörden und den Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft. Wie lange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern ist noch unklar.

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