Stadtwerke in Vorder-und Südpfalz

Ukraine-Krieg: Pfälzer Versorger rechnen mit höheren Energiepreisen

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AUTOR/IN
Nicoletta Prevete

Die Lage in der Ukraine spitzt sich stündlich zu: Russland hat in der Nacht mehrere Angriffe auf Ziele in der Ukraine gestartet. Die Regierung in Kiew
spricht von einem großangelegten Krieg gegen die Ukraine. Das wird sich auch auf die Energieversorgung in der Pfalz auswirken.

Gaspreis-Entwicklung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)
Hohe Gaspreise leeren die Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher in Zeiten des Krieges. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Höhere Energiepreise wegen des Ukraine-Kriegs? Die Stadtwerke Lambrecht (Kreis Bad Dürkheim) erklärten dem SWR , das Unternehmen habe die Preise für Strom und Gas bisher nur moderat angehoben. Denn: Die Stadtwerke hätten die Energie noch vor den Verwerfungen am Energiemarkt und der aktuellen Krise zwischen Russland und der Ukraine beschafft.

Auf den Winter 2022/2023 schaue man hingegen mit großer Sorge. Geschäftsführer Michael Frech geht davon aus, dass sich die Situation auf dem Markt noch weiter verschärfen wird und die hohen Energiepreise wegen der Krise noch weiter steigen werden.

Aktuell rechnet er nicht mit Lieferengpässen beim Gas. Die Bundesregierung tue aber gut daran, eine Krisenvorsorge für den Winter zu betreiben. Noch sei die Zahl der Kunden, die ihre Energierechnungen nicht zahlen können, nicht höher als in den Jahren zuvor. Doch das könne vor dem Hintergrund der Krise schnell anders werden.

Viele Kunden werden Strom- und Gasrechnungen nicht mehr zahlen können

Eine Einschätzung, die viele andere kommunale Energieversorger teilen. Auch die EnergieSüdwest in Landau rechnet damit, dass in Zukunft mehr Menschen die Energiekosten nicht zahlen können.

Auch die Stadtwerke Speyer erwarten mehr Mahnungen und Sperrandrohungen bei steigenden Preisen. In Speyer habe man den Strompreis noch recht konstant halten können, der Gaspreis sei aber in 2022 um 8,75 Euro pro Monat gestiegen. Sonja Daum, Sprecherin der Stadtwerke Speyer, schätzt, dass das Preisniveau auf Dauer hoch bleiben werde. Die Zukunft sei von großer Unsicherheit geprägt und hänge sehr vom Fortgang des Konflikts mit Russland ab.

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Tausende von Pfalzwerke-Kunden in Grundversorgungstarifen

Nach Angaben der Pfalzwerke in Ludwigshafen kommt die Zuspitzung des Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine zur Unzeit. Turbulenzen an den Beschaffungsmärkten und Insolvenzen von Billig-Stromanbietern hätten die Preisspirale sowieso schon nach oben geschraubt. Daher beobachte man die aktuelle Lage sehr genau.

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Viele Kunden seien wegen der günstigeren Tarife zu Billiganbietern gewechselt, die dann aber pleite gegangen seien. Zurück bei den Pfalzwerken seien Tausende von Kunden dann wieder in die Grundversorgung gerutscht, so eine Sprecherin. Für diese Kunden müsse Strom zu Tages-Preisen zugekauft werden. Sie profitieren nicht von den langfristigen Einkäufen, wie Stammkunden, daher zahlten sie auch höhere Preise.

Viele Pfälzer Stadtwerke Anteilseigner eines Gasspeichers in Frankenthal

Viele Stadtwerke sind Anteilseigner der Firma Enovos, die einen unterirdischen Gasspeicher in Frankenthal betreibt. Die Gasspeicher spielen besonders dann eine Rolle, wenn regelmäßige Gaslieferungen weniger werden oder ganz ausbleiben.

Im Herbst 2021 war dieser Gasspeicher zu 100 Prozent befüllt. Jetzt beträgt der Füllstand nur noch vier Prozent. Das Unternehmen betont jedoch, dass die aktuelle Gasmenge im Frankenthaler Speicher nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit sei. Auf die Menge der Gaslieferungen habe der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland noch keinerlei Einfluss – die Marktpreise würden jedoch sicher weiter steigen.

Das vorläufige Aus von Nordstream 2 sorge nicht für Engpässe

Auch das vorläufige Aus von Nordstream 2 macht nach Firmenangaben erst einmal keine Probleme. Deutschland und Europa bezögen Erdgas aus vielen, unterschiedlichen Weltregionen. Es komme aus Norwegen, Russland, den Niederlanden aber auch aus Nordafrika und dem Nahen Osten.

Zudem komme aktuell auch Flüssigerdgas via Großtanker aus den USA. Insbesondere Privathaushalte seien im unwahrscheinlichen Fall eines Engpasses durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt. Noch gebe es aber keinerlei Anzeichen dafür, dass Vorsorge-Mechanismen aktiviert werden müssten.

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