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Der März ist der Aktionsmonat zur Darmkrebs-Prävention. Dieses Jahr appeliert die Stiftung "Lebensblicke" aus Ludwigshafen, dass Vorsorgetermine eingehalten werden - trotz der Corona-Pandemie.

Während der Corona-Pandemie seien viel weniger Menschen zu Vorsorgeuntersuchungen gegangen als sonst, besonders im letzten Frühjahr. Das teilte die Ludwigshafener Stiftung "Lebensblicke - Früherkennung Darmkrebs" auf einer Auftakt-Veranstaltung mit. Die Menschen seien besorgt, sich beim Arzt mit Corona anzustecken. Es sei allerdings wichtig, Vorsorgetermine wahrzunehmen oder zeitnah zu verschieben.

Arzt blickt auf Monitor (Foto: SWR, SWR -)
Symbolbild: Ab 55 sollte man alle zehn Jahre eine Darmspiegelung durchführen lassen. SWR -

Darmkrebs-Vorsorge schreckt viele ab, schon vor Corona

Immer noch werde Darmkrebs bei 57 Prozent der Patienten erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, so Gesunheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Dabei könne die Krebsart mit Hilfe von Darmspiegelungen frühzeitig erkannt und möglicherweise behandelt werden. Außerdem würden regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung helfen.

Vorsorge-Engagement im Ludwigshafener Rathaus

Das Thema Darmspiegelung schreckt viele Menschen allerdings immer noch ab. Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) sagte dazu bei der Auftakt-Veranstaltung:

"Das Thema Darmkrebs-Vorsorge muss endlich aus der Schmuddelecke geholt werden."

Deshalb engagiere sich schon länger für das Thema Darmkrebs-Vorsorge unter ihren Mitarbeitern bei der Stadtverwaltung. Vor zwei Jahren seien deshalb für alle Mitarbeiter ab 45 Jahren anonyme Testmöglichkeiten angeboten worden. Über 500 Personen, etwa 30 Prozent der Eingeladenen, hätten das Angebot angenommen. Bei 17 Personen sei dabei tatsächlich Darmkrebs entdeckt worden. 2022 soll es eine solche Aktion deshalb wieder geben.

Darmkrebs-Vorsorge Plakat (Foto: Stiftung Lebensblicke Ludwigshafen)
Plakat zur Darmkreb-Prävention Stiftung "LebensBlicke" Stiftung Lebensblicke Ludwigshafen

Darmkrebs-Prävention selbst betreiben - auch in Coronapandemie

Bei der Veranstaltung wurden auch zwei Preise verliehen an Wissenschaftler*innen, die zur Darmkrebs-Prävention forschen. Einer davon ging an ein Team, das im Rhein-Neckar-Raum Krebsrisiken erforscht.

Neben genetischen Risikofaktoren betrachtete ihr Forschungsprojekt Punkte des unvorteilhaften Lebensstils: Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, unausgewogene Ernährung und wenig Bewegung. Ihre Forschungen zeigte, dass sich das Risiko einer 50-jährigen Person in den folgenden 30 Jahren an Darmkrebs zu erkranken, etwa halbieren ließ durch einen vorteilhaften Lebensstil. Eine regelmäßige Vorsorge (Darmspiegelung) könne das Risiko noch einmal um etwa die Hälfte senken - selbst wenn die Person genetisch vorbelastet wäre.

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