Kita "Wilde 13" in Landau (Foto: SWR)

Einblicke in eine Landauer Kita

Omikron stellt Kitas vor Herausforderungen

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Der Umgang mit der Corona-Variante Omikron in Kitas sorgt immer wieder für Diskussionen. Manche Eltern wollen maximale Sicherheit, andere auf Biegen und Brechen verlässliche Betreuungszeiten. Zwischen all diesen Bedürfnissen stehen Erzieherinnen, wie etwa in Landau in der Kita "Die wilde 13".

Kita "Wilde 13" in Landau (Foto: SWR)
Leere Gruppenräume: Ein häufiger Anblick während Corona.

In der Turnhalle der Kita "Die wilde 13" in Landau tobt das Kinderleben: Die Kleinen springen voller Lust ins Bällebad. Vielleicht hüpft hier auch das Virus mit? Aber hier lautet die Devise der Leitung: So viel Normalität wie möglich für die Kids.

"Wir müssen nicht nur an Corona, sondern auch an die Kinder denken. Es ist immer ein Abwägen, was ist sinnvoll, was können wir verantworten".

Eine Gruppe war schon vier Mal in Quarantäne

In der Krippengruppe jagen die Kleinsten Seifenblasen hinterher während zwei Kindergartenkinder in Schlechtwetter-Kleidung auf dem Weg nach draußen sind. Begleitet von zwei Erzieherinnen. "Die haben eine klare Eins-zu-Eins-Betreuung", lacht Kitaleitung Martina Julier leicht resigniert. Denn die Gruppe der beiden ist fast geschlossen in Quarantäne. 20 Kinder warten auf den Tag der Freitestung. "Es gibt eine Gruppe hier, die waren schon vier Mal in Quarantäne. Andere wiederum noch kein Mal", erzählt die Kitaleiterin.

Niemand wird der "Omikron-Wand" entgehen

Martina Julier liebt ihren Job. Ohne diese Leidenschaft hätte sie die letzten zwei Jahre auch nicht überstanden. Und sie versucht immer jede Pandemiephase mit stoischer Gelassenheit zu nehmen, auch wenn sie zermürbt und müde ist. Zur aktuellen Omikron-Welle hat sie eine ganz klare Meinung:

"Wir werden es nicht mehr aufhalten können. Ich persönlich bin der Meinung, jetzt ist die Welle losgetreten. Jetzt müssen wir da alle durch. Wir müssen dieser Wand die Stirn bieten."

Julier ist der festen Ansicht, dass schon ganz viele Kita-Kinder in ihrer Einrichtung Corona hatten, ohne dass man etwas bemerkt hätte. Und wer es noch nicht hatte, bekommt es eben jetzt.

Keine der Sicherheitsvorkehrungen sind verpflichtend

In der Kita "Die wilde 13" gibt es keine gruppenübergreifenden Angebote mehr. Jede Gruppe bleibt unter sich. So vermeidet die Kita wenigstens, dass bei einem Positiv-Fall die ganze Einrichtung geschlossen werden muss.

Zweimal in der Woche kommt das Deutsche Rote Kreuz und testet die Kinder. Das Angebot ist freiwillig und wird laut Martina Julier gut angenommen. Andere Eltern testen ihre Kinder zuhause. Auch freiwillig. Denn es gibt keine Vorschrift, sich vor dem Kindergartenbesuch testen zu müssen. Sowie es auch keine Pflicht gibt seitens der Erzieherinnen und Erzieher eine Maske zu tragen. Dies wird lediglich vom Land empfohlen.

Überhaupt das Land und seine Vorschriften und Empfehlungen: Wöchentlich kommen bei Martina Julier neue Corona-Handlungsanweisungen an. Die Leiterin gibt zu: "Ich lese die gar nicht mehr alle durch. Wenn wir einen Positiv-Fall haben, versuche ich mich auf den aktuellen Stand zu bringen und danach zu handeln."

Was Martina Julier am meisten zu schaffen macht, ist diese ständige Unsicherheit, das nie richtig planen können. Immer schwebe über jeder Aktivität, jedem Fest, jedem Ausflug das Damoklesschwert der Absage.

Wenig Kontakt zu Eltern

Eltern dürften die Kita schon lange nicht mehr betreten. Die Kinder würden unten an der Tür abgegeben und nachmittags dort auch wieder abgeholt. Selbst Tür- und Angel-Gespräche, um kleinere Probleme direkt aus der Welt zu schaffen, seien nicht mehr machbar.

"Die Eltern wissen nicht, mit wem spielt mein Kind, was spielt es, was macht es den ganzen Tag, wie verhält es sich Freunden gegenüber. Das fehlt den Eltern total."

Für die pädagogischen Fachkräfte ist die Situation zeitintensiv und nervenaufreibend. Nachmittags sei eine Erzieherin nur damit beschäftigt im Viertelstunden-Takt, Kinder anzuziehen und zum Abholen fertig zu machen. Für nichts anderes bleibe Zeit. Und das ist es, was sich Lena Wegmann am meisten wünschen würde: Endlich wieder Zeit zu haben für die Kinder. Zum Spielen, zum Toben, zum Kuscheln und zum Zuhören.

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