Schnelltestzentrum in Ludwigshafen (Foto: SWR)

Neue Corona-Maßnahmen

Wegen 3G? Chaos vor Corona-Schnelltest-Zentrum in Ludwigshafen

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Seit Mittwoch können Ungeimpfte in Rheinland-Pfalz nur noch mit einem negativen Corona-Test zur Arbeit gehen. Die Folge: lange Schlangen vor den Testzentren in Ludwigshafen.

Wer am Mittwoch Morgen ungeimpft zur Arbeit gehen wollte, für den galt "Schlange stehen". Denn ohne einen negativen Covid-19-Test kann laut der neuen Corona-Landesverordnung darf niemand mehr arbeiten, der nicht im Home-Office ist. Deshalb hatten sich schon vor den Öffnungszeiten an den Testzentren in der Ludwigshafener Innenstadt lange Warteschlangen gebildet.

Lange Schlangen vor dem Schnelltest-Zentrum in Ludwigshafen am Berliner Platz. (Foto: SWR)
Stundenlang warten Ungeimpfe auf einen Schnelltest in Ludwigshafen.

Von einem Corona-Schnell-Testzentrum zum nächsten

Eine der Wartenden ist die 16-jährige Orania Tsokala. Sie steht vor dem Corona-Schnelltest-Zentrum direkt am Berliner Platz in der Innenstadt an. Von ihrem Arbeitgeber wurde sie frühmorgens weggeschickt, denn Orania ist ungeimpft. Sie war die letzten Tage krank und hatte noch nichts von der neuen Regelung mitbekommen.

Lange Schlangen vor dem Schnelltest-Zentrum in Ludwigshafen am Berliner Platz. (Foto: SWR)

Das Problem: Ohne Termin geht in einigen Testzentren in Ludwigshafen nichts: "Ich war vorher schon in einem anderen Testzentrum. Da hieß es, "es gibt heute keine Termine mehr". Ich wurde hierher geschickt und hier bekomme ich nun die gleiche Nachricht", so die 16-Jährige angehende Kfz-Mechatronikerin. Denn auch beim Testzentrum am Berliner Platz stellt sich bald heraus, dass hier ohne Termin nichts geht. Das wussten neben Orania auch viele andere nicht, die bereits vor den Öffnungszeiten in der Warteschlange standen. Die Verärgerung ist groß.

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Stundenlanges Warten für einen Nasenabstrich

Auch bei Orania, die sich jetzt zum nächsten Testzentrum "durchkämpft" - in der Wredestraße in Ludwigshafen. Dort braucht man vorher keinen Termin auszumachen - dafür ist die Warteschlange aber umso länger. Stundenlang stehen die Ungeimpften an. Darunter auch ein Mitarbeiter einer Verkehrsgesellschaft. Er wartet bereits seit eineinhalb Stunden auf einen Nasenabstrich. "Gucken Sie sich an, wie lange die Schlange hier ist, es ist eine Katastrophe! Das ist nicht normal, was die mit den Leuten machen, das ist krank!", sagt der Ludwigshafener verärgert.

Der Familienvater will sich eigentlich nicht gegen das Corona-Virus impfen lassen, fühlt sich nun aber von der Politik dazu genötigt. "Sollen die Politiker über meinen Körper entscheiden oder ich? Und jetzt muss ich mich impfen lassen, sonst kann ich nicht täglich zur Arbeit."

Denn als Vater von zwei kleinen Kindern könne er nicht täglich zwei Stunden zusätzlich in der Schlange stehen, um arbeiten zu gehen. Das Schlimme: Einen Impftermin bekomme er so schnell nicht. "Ich hab erst einen im Februar bekommen, was soll ich so lange machen?" Er kritisiert außerdem, dass die Regeln so kurzfristig entschieden wurden.

"Was soll ich bis zum Impftermin machen?"

Direkt vor ihm in der Schlange steht auch Daniela. Auch sie ist verärgert und pflichtet dem Familienvater bei. Sie habe bereits vor drei Wochen einen Impftermin ausgemacht. Der Termin sei jetzt am 11. Dezember. "Und bis dahin, was soll ich machen? Ich habe bis eben in der Nachtschicht gearbeitet. Soll ich das jetzt jeden Tag machen?"

Die Laune bei den Menschen in der Schlange scheint im Keller zu sein. Draußen im Freien stundenlang anstehen, darauf hat hier keiner Lust. Es gibt zu wenige Testzentren für zu viele Ungeimpfte - stellt auch Ingrida Burbaityte fest, Mitarbeiterin des Testzentrums in der Wredestraße. Sie und ihre zwei Kollegen testen im Minutentakt. Seit Dienstagabend sei der Ansturm nochmals schlimmer geworden. "Die Menschen haben schon am Dienstag fast drei Stunden in der Schlange gestanden, wir tun unser Bestes, aber haben auch nur jeder zwei Hände", so Burbaityte.

Schnelltestzentrum in Ludwigshafen (Foto: SWR)
Ingrida Burbaityte und ihre Kollegen testen seit Dienstagabend im Minutentakt.

Trotz all des Stress´, eingepackt in weißer Schutzkleidung schafft es Ingrida Burbaityte noch freundlich zu sein und ein Lächeln auf den Lippen zu haben. Ob sie am Limit ist? "Es geht, wir machen weiter", lacht sie - und ruft anschließend: "So, Nächster bitte!" Denn die Warteschlange soll sich schließlich auch verkleinern.

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