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Tausende strömen jedes Jahr normalerweise auf den Festplatz in Speyer und lassen es nach dem traditionellen Fassanstich richtig krachen. Doch auch dieses Jahr ist das beliebte Volksfest der Pandemie zum Opfer gefallen. Stattdessen gibt es eine Mini-Version davon im Domgarten. Wie kommt diese Alternative an?

Geradezu idyllisch wirkt die Mini-Version des traditionellen Speyerer Brezelfestes im Domgarten. Es gibt Lebkuchen-Herzen und Waffeln zu kaufen - ein Kinderkarussell für die Kleinsten zur Corona gerechten Spaßrunde. Klein aber fein ist die Speyerer Brezelwoche und gibt den Schaustellern ein wenig Hoffnung auf einen Neustart.

"Wir freuen uns über jede Veranstaltung, darüber dass wir überhaupt mal wieder arbeiten dürfen. Wir wollen einfach wieder raus und die Leute bespaßen."

Mit Beginn der Pandemie sei es für die Schausteller sehr schwer geworden. "Wir hatten praktisch ein Berufsausübungsverbot", so Lemke.

Stadtverwaltung bei Brezelwoche im Einsatz

Und die Stadtverwaltung zeigt ihre Solidarität mit den Schaustellern auf eine besondere Art und Weise: Jeden Tag helfen Beigeordnete und Bürgermeisterinnen mit beim Verkauf von Süßem und Salzigem, beim Bedienen von Kinderkarussells und Fische-Angeln. Den Anfang hat am Montag Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler gemacht. Sie verkauft gebrannte Mandeln und schenkt Getränke aus. Aus ihrer Sicht ist die Brezelwoche ein echtes Trostpflaster. Bei der Aktion sei viel Wehmut dabei. "Wir wissen ja nicht, wann die Pandemie wirklich vorbei ist. Wir würden die Brezelwoche natürlich gerne als Startschuss für eine unbeschwerte Zeit sehen, aber wir müssen nach wie vor mit Bedacht handeln, um es dann im nächsten Jahr beim Brezelfest richtig krachen lassen zu können“, so Oberbürgermeisterin Seiler.

So geht es den Schaustellern mit der Brezelwoche

Corona-Konzept für Brezelwoche

Anja Robert-Keller, Besitzerin des Märchenkarussells, hat daher ein Hygienekonzept für die Spaßrunden entworfen. Sie hat ein Einbahnstraßensystem vom Kassenhäuschen bis zum Ein- und Ausstieg kreiert. Die kleinen Besucher und ihre Eltern müssen sich vor dem Betreten des Karussells die Hände desinfizieren. Die Eltern müssen, wenn sie ihren Kleinen beim Einsteigen helfen, Maske tragen. Spezielle Wartebänke sorgen für den notwendigen Abstand. Das letzte Jahr sei für die Schaustellerin schlimm gewesen. "Wir sind glücklich darüber, jetzt zum zweiten Mal hier eine Möglichkeit bekommen zu haben, wenigstens ein bisschen arbeiten zu können", so Robert-Keller.

Brezelwoche Speyer (Foto: SWR)

Auch Patrick Barth, Besitzer eines Waffelstandes und eines Ausschankes, pflichtet ihr bei: Sieben Monate Zwangspause seien "nicht ohne" gewesen. Man sei morgens aufgewacht und habe geschaut, was man tun könne, Büroarbeit, Renovierungsarbeiten - das sei nicht das, wofür das Herz schlage. Jetzt ist der Schausteller glücklich. Kaum hat er seinen Waffelstand aufgemacht, seien die Stammkunden auch schon wieder da gewesen. "Das war herzig und schön", so Barth.

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