Nach Rücktritt von Generalvikar Sturm

Großes Bedauern bei Katholiken im Bistum Speyer

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Der Rücktritt von Andreas Sturm als Generalvikar des Bistums Speyer erschüttert viele engagierte Gläubige in der Diözese. Hier einige Stimmen aus den Gremien der Diözese.

Bedauern und Betroffenheit - das hat die Nachricht, dass der Kirchenreformer Andreas Sturm künftig nicht mehr an ihrer Seite ist, bei vielen haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen im Bistum Speyer ausgelöst: bei den Mitgliedern der Diözesanversammlung, des Katholikenrats und den Vertretern der katholischen Jugend.

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Diözesanversammlung: Mit Sturm menschennahen Fürsprecher verloren

Gaby Kemper, Maria Lajin und Klaus Scheunig vom Vorstand der Diözesanversammlung bringen ihre Betroffenheit über den Rücktritt Sturms so zum Ausdruck: Man respektiere den Schritt Sturms, der authentisch wirke, bedauere aber einen menschennahen Fürsprecher, der für eine moderne Kirche steht, als "Mitstreiter“ verloren zu haben.

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"Wir bedauern einen menschennahen Fürsprecher, der für eine moderne Kirche steht, nicht mehr als "Mitstreiter“ an unserer Seite zu wissen." 

Sturm habe viele Themen im Bistum Speyer vorangebracht. Er habe zusammen mit haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen das synodale Gremium unseres Bistums mit auf den Weg gebracht und als Generalvikar vor allem für die Aufarbeitung des Missbrauchs in der katholischen Kirche und für Geschlechtergerechtigkeit gestanden. "Für diese klaren Positionierungen und das Voranbringen der Themen, die viele Gläubige bewegen, sind wir ihm sehr dankbar", so der Verstand der Diözesanversammlung.

BDKJ Speyer: Großer Fürsprecher für eine moderne Kirche

Andreas Rubel und Thomas Heitz, die beiden Vorsitzenden des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Speyer teilen dazu mit: "Der Rücktritt von Andreas Sturm als Generalvikar hat uns überrascht und lässt uns auch nachdenklich zurück."

Sturm habe wichtige Reformprozesse mit auf den Weg gebracht, so der Vorsitzende Heitz. Der BDKJ verstehe die Gründe, die Andreas Sturm für sein Ausscheiden aus dem Dienst genannt habe. "Gleichzeitig bedauern wir, dass mit ihm ein so großer Fürsprecher für eine menschennahe, moderne Kirche zu diesem Zeitpunkt geht."

"Wir bedauern, dass ein großer Fürsprecher für eine menschennahe, morderne Kirche zu diesem Zeitpunkt geht."

Der BDJK-Vorsitzende teilte weiter mit, die katholische Jugend hoffe, dass "unser Bistum auch künftig die richtigen Prioritäten setzen wird. Kirche muss wieder glaubwürdig werden und sich mit Leben anfüllen lassen, um ihrem Auftrag gerecht zu werden.“

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Katholikenrat: Sturm gab Zuversicht für Veränderungen

Auch der Katholikenrat drückt sein Bedauern aus. Hede Strubel-Metz, Vorstandsmitglied des Katholikenrates im Bistum Speyer teilte mit, dass Andreas Sturm dem Katholikenrat Zuversicht gab, beim Einsatz für eine menschenfreundliche Kirche und beim Kampf gegen Diskriminierung, Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche.

"Gerade nach den dramatischen Erkenntnissen in unserem Bistum von Missbrauch sprechen wir uns deutlich für die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in unserem Bistum und deutschlandweit aus", so Strubel-Metz.

Stefan Angert vom Vorstand des Katholikenrats fordert, dass der Kurs, den Sturm mitgeprägt habe, beibehalten werden müsse. Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Speyer, der Einsatz für queere Menschen, für neue Leitungsfunktionen und für Frauen dürften nicht an der Person von Andreas Sturm hängen, sondern müssten weitergehen, so Angert - auch mit Blick auf Sturms Nachfolger, Generalvikar Markus Magin.

Sturm erläutert Gründe für Konfessionswechsel in einem Buch

Der Generalvikar hat am Montag ein Buch vorgestellt, in dem er seine Gründe für die Aufgabe seiner Ämter und den Austritt aus der katholischen Kirche erläutert. Das Werk soll den Angaben des Verlages zufolge am 15. Juni erscheinen. Sturm wird künftig für die Altkatholische Kirche tätig sein, die sich bereits im 19. Jahrhundert vom Vatikan gelöst hatte, weil ihre Mitglieder das päpstliche Unfehlbarkeitsdogma ablehnen.

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