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Ludwigshafen will künftig die Schadstoffe in der Stadt senken, den Verkehr schneller durch leiten und so Staus vermeiden. Jetzt zeigt sich bei der Umsetzung, dass noch viel mehr in diesem Projekt stecken kann.

UVM (Foto: Pressestelle, Stadt Ludwigshafen )
Standorte der Infotafeln, Parkleitsytemen und Mobilitätsmonitoren. Pressestelle Stadt Ludwigshafen

Das digitale Verkehrsleitsystem soll Anfang nächsten Jahres an den Start gehen. Im August soll deswegen mit den Tiefbauarbeiten für die entsprechenden Informationstafeln begonnen werden. Bereits im Juni wurden nach Angaben der Stadt im gesamten Stadtgebiet von Ludwigshafen mehr als 40 Verkehrszähl-Automaten aufgebaut. Dies sei ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des neuen Systems.

"Umweltsensitives Verkehrs-Management" wird es etwas umständlich von den Verantwortlichen genannt. Dahinter steht ein komplexes System, das vordergründig zum Ziel hat, Verkehrsströme zu lenken. Wie die Planer und Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt (parteilos) erläuterten, sollen die Verkehrsteilnehmer damit aber auch zum Umdenken gebracht werden.

50 Zähler erfassen Verkehrsfluss

Im ersten Schritt erfassen die insgesamt knapp 50 Verkehrszähl-Automaten wie Verkehrsströme fließen und wo es zum Beispiel zu Verkehrsbehinderungen kommt. Diese Zähler sollen künftig Ampelsteuerungen anpassen, damit sich bereits gebildete Staus auflösen können. Gleichzeitig zeigen elektronische Tafeln an den Zufahrtsstraßen, wo es Probleme gibt und wie Autofahrer ausweichen sollen.

Ein weiterer Baustein in dem System ist eine App – ein Programm für Smartphones, das den Nutzern schon vor Fahrtantritt zeigt, wie sie am schnellsten zu ihrem Ziel kommen – und zwar nicht beschränkt aufs Auto. Die App zeigt auch Alternativen auf. So liefert sie den Nutzern auch Informationen über öffentliche Verkehrsmittel oder über Möglichkeiten, mit dem Fahrrad an sein Ziel zu kommen. Auch eine Kombination aus allen drei Fortbewegungsmitteln (Auto – Park-and-Ride-Parkplatz – Bahn – Mietfahrrad) bietet sie bei entsprechender Gelegenheit an.

UVM (Foto: Pressestelle, Stadt Ludwigshafen )
Ein Verkehrszählgerat in der Innenstadt von Ludwigshafen. Pressestelle Stadt Ludwigshafen

App bringt viele Vorteile für Fahrradfahrer

Ein weiterer Vorteil der App für alle Fahrradfahrer: Sie sollen mit ihrer Hilfe zukünftig schneller vorankommen. App und Ampeln sollen miteinander verbunden werden und kommunizieren, sodass eine Ampel nicht mehr unmittelbar vor einem herannahenden Radfahrer auf Rot springt. Auch so können laut Umweltdezernent Thewalt Verkehrsströme reduziert und Staus vermieden werden.

"Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle und natürlich auch im Verkehr."

Die Verkehrsplaner hoffen, dass allein das Aufzeigen von Alternativen so manchen zum Umdenken bringen kann, wenn er schwarz auf weiß sieht, dass er mit dem öffentlichen Nahverkehr genauso schnell unterwegs ist, wie mit dem eigenen Auto.

Parkleitsystem soll freie Parkplätze zeigen

Zudem sollen Autofahrer zukünftig über die App und über die Homepage der Stadt die genaue Anzahl an freien Parkplätzen abrufen können. Dadurch sollen unnötige Autofahrten auf der Suche nach freien Plätzen vermieden werden.

Staus seien ein entscheidender Treiber von Schadstoffen, so die Verkehrsplaner. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass das ständige Stop-and-Go den Schadstoff-Ausstoß um 30 Prozent erhöht. Allein durch das Vermeiden von Staus könne man viel zur Verbesserung der Luft in Ludwigshafen beitragen. Wenn dann noch mehr Autofahrer aufs Fahrrad oder Bus und Bahn umsteigen, erhöhe das den Effekt zusätzlich, weil die Straßen leerer werden.

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