Drei Mitarbeiter von BASF stehen an einer Maschine (Foto: BASF SE 2022)

Dividende wird erhöht

BASF steigert Umsatz um 33 Prozent

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Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat am Freitag seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr wird überschattet vom Krieg in der Ukraine.

"Wir sind entsetzt“ sagte BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller gleich zu Anfang der Bilanz-Pressekonferenz. Der Tag des Angriffs auf die Ukraine markiere das Ende des Friedens in Europa. Und: Es sei schwer, jetzt zur Tagesordnung über zu gehen. Aber genau das macht Martin Brudermüller dann, Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel an seiner Seite. Der Ausblick auf das Jahr, die Beschreibung der Risiken für die Geschäfte der BASF - bei all dem bleibt das größte Risiko, ein Krieg in Europa, außen vor.

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Der Chemiekonzern blickt auf ein sehr gutes Jahr 2021 zurück. Vorstandschef Martin Brudermüller sagte, es sei ein starkes und erfolgreiches Jahr für die BASF gewesen. Der Umsatz kletterte um ein Drittel (33 Prozent) auf 78,6 Milliarden Euro.

BASF: Gewinn 2021 verdoppelt

Nach Unternehmensangaben konnte der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Fast 7,8 Milliarden Euro Betriebsgewinn weist die Jahresbilanz der BASF für 2021 aus - ein Jahr davor lag der Wert noch bei 3,6 Milliarden. Und auch wenn man das Jahr mit der Zeit vor der Pandemie im Jahr 2019 vergleicht, bleibt laut BASF noch ein sattes Plus.

Vor allem das klassische Chemie-Geschäft habe den Erfolg des vergangenen Jahres ausgemacht: Chemicals, Materials und Surface Technologies. Weltweit habe es die größten Zuwächse beim Umsatz in Asien gegeben, vor allem in China.

Trotzdem bekam die BASF 2021 auch Probleme zu spüren. Der Mangel an Computerchips für die Autoindustrie drückte das Geschäft mit diesen wichtigen Kunden. Außerdem machten dem Konzern auch gestiegene Preise für Rohstoffe, Energie und Logistik zu schaffen. Für Gas musste die BASF in Europa fast 1,5 Milliarden Euro mehr ausgeben. Brudermüller rechnet mit weiter steigenden Preisen und kündigte an, der Konzern werde das an die Kunden weitergeben.

2021 deutlich besser als das Jahr 2020

Das Jahr 2020, das erste Corona-Jahr, sei nicht so stark und nicht so erfolgreich gewesen. Damals hatte der Konzern sogar unter dem Strich - nach Steuern und Sondereinflüssen - einen Verlust gemacht, wegen Wertberichtigungen in großem Umfang. Dieses Jahr stehen über 5 Milliarden Euro unterm Strich als Gewinn. 

Für das laufende Jahr 2022 peilt das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 6,6 bis 7,2 Milliarden Euro und einen Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro an.

Die Journalisten sind elektronisch zugeschaltet, müssen ihre Fragen schriftlich stellen. Und schnell wird klar: Alle wollen wissen, mit was die BASF konkret rechnet und wie sich der Krieg auf das Unternehmen auswirken wird. Die Antworten bleiben vage - am Tag zwei des Krieges Russlands gegen die Ukraine.

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BASF ist von Erdgas abhängig

Aber eines wird doch schnell klar: Die BASF ist vor allem von Erdgas als Energieträger und Rohstoff für die Produktion abhängig. Die direkten Geschäftsbeziehungen der BASF mit Russland (1,2 Prozent des Umsatzes) und der Ukraine (0,2 Prozent des Umsatzes) spielen da eher eine untergeordnete Rolle. Das Erdgas dafür umso mehr: Allein der Hauptstandort Ludwigshafen benötigt im Jahr nach Unternehmensangaben rund drei Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Mit zwei großen internationalen westeuropäischen Lieferanten hat BASF nach Darstellung von Finanzvorstand Engel Verträge - wie hoch der Anteil an russischem Gas an den gelieferten Mengen ist, bleibt unklar. Russisches Gas mache in Nordwest-Europa im Moment einen Anteil von 20 Prozent aus. Das sei nicht so ohne Weiteres zu ersetzen. Anders sei das bei Naphtha, einem wichtigen Vorprodukt für die Chemieindustrie. Da beziehe BASF 20 bis 30 Prozent des Bedarfs direkt aus Russland. Hier gebe es aber auch andere Quellen, auf die man dann umsteigen könne.

Hoffnung auf den Frühling

Die Hoffnung zunächst mal für die nächsten Monate: Es wird Frühling und der Erdgasbedarf für die Heizung gehe damit zurück und werde die Versorgungslage entspannen. Bisher gebe es bei den Erdgasversorgung für die europäischen Werke auch keine Engpässe

Langfristig will die BASF auf fossile Energieträger ganz verzichten, bis 2050 CO2-neutral produzieren. Dann soll Windstrom Erdgas und Erdöl ersetzen. Doch diesen sauberen Strom, den gibt es noch nicht. Martin Brudermüller sagte, dass die Politik jetzt sicher auch den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen werde. Auch das verringere dann die Abhängigkeit von Erdgaslieferungen. 

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Boni und Erfolgsbeteiligung für 2021

So ungewiss die Zukunftsaussichten sind - so lohnend ist der Rückblick auf das erfolgreiche Jahr 2021 für die Beschäftigten der BASF am Standort Ludwigshafen. Sie werden immer am Erfolg beteiligt, diesmal mit insgesamt 512 Millionen Euro, vor einem Jahr wurden nur 114 Millionen Euro ausgezahlt. Das kann zu einer Sonderzahlung von mehreren Tausend Euro führen, je nach Eingruppierung und Tätigkeit.

Weniger Beschäftigte in Ludwigshafen

Die Zahl der Beschäftigten der BASF SE und ihrer Tochterunternehmen am Standort Ludwigshafen ist weiter zurück gegangen. Ende 2020 waren es noch 39.143 Beschäftigte, ein Jahr später am 31. Dezember 2021 dann 38.371. Das sind fast 800 Beschäftigte weniger, innerhalb eines Jahres.

Allerdings hält sich dieser Rückgang doch sehr im Rahmen, wenn man sich die Ankündigungen aus dem Jahr 2019 vor Augen hält. Damals war von einem Stellenabbau weltweit bei der BASF von 6.000 die Rede, 3.000 davon in Deutschland und davon die meisten in Ludwigshafen. Tatsächlich wurden bei dem Abbau vor allem im Verwaltungsbereich auch zahlreiche Auflösungsverträge geschlossen. Seit 2019 sind also rund 1.600 Beschäftigungsverhältnisse insgesamt in Ludwigshafen weggefallen.

Aktiendividende soll erhöht werden

Die Verantwortlichen kündigten an, etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten zu wollen. Der Vorstand plane, die Dividende auf 3,40 Euro je Aktie zu erhöhen, teilte der Dax-Konzern mit. Im Vorjahr hatte BASF 3,30 Euro je Anteilsschein gezahlt. Experten hatten im Schnitt mit etwa so viel gerechnet. 2021 betrug der auf die Aktionäre anfallende Gewinn 5,5 Milliarden Euro.

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