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In Zeiten von Corona wird es nicht nur voller im Pfälzerwald, auch die Konflikte zwischen den Waldbesuchern nehmen zu. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Forstamt Bad Dürkheim nun veröffentlicht hat.

An drei Tagen im Oktober 2020 war ein Mitarbeiter des Forstamtes mit der Umfrage unterwegs und hat insgesamt mehr als 170 Waldbesucher befragt. Weil seit Jahren die Besucherzahl im Pfälzerwald ansteigt - besonders seit Beginn der Corona-Pandemie - wollte das Forstamt wissen, welche Konflikte sich untereinander oder mit der Natur ergeben. Außerdem stand im Fokus, ob die Besucher mehr für ihre Umgebung sensibilisiert werden sollten.

Als Schneewittchen und die 7 Zwerge verkleidete Wanderer im Pfälzer Wald nehmen an Umfrage teil. (Foto:  Joachim Weirich, Forstamt Bad Dürkheim )
Verkleidete Wandertruppe nimmt an Umfrage teil. Joachim Weirich, Forstamt Bad Dürkheim

Konflikte zwischen Wanderern und Mountainbikern im Wald

Größter Streitpunkt sind die Radfahrer. 24 Prozent der Befragten berichten von Konflikten zwischen Wanderern und Mountainbikern. Sie würden mit ihren Mountainbikes zu schnell fahren, besonders auf kleineren Pfaden und bergab und würden Wanderer zu spät oder nicht warnen.

Dagegen sagen acht Prozent der Besucher, dass sie sich mehr Verständnis und Toleranz von Wanderern gegenüber den Mountainbikern wünschen würden. Der Vorwurf: Obwohl sie klingeln und langsam fahren bleiben manche Wanderer stur und weichen nicht aus. Vereinzelt würden sogar Hindernisse in den Weg gelegt werden.

Erst Anfang des Jahres hatte es in der Südpfalz wieder einen großen Konflikt zwischen Mountainbikern und anderen Waldbesuchern gegeben:

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Förster und Waldbesitzer im südpfälzischen Gleisweiler sind sauer: Sie entdecken im Wald immer wieder illegale Mountainbike-Strecken. Die Gemeinde baut sie ab, die Biker wieder auf.  mehr...

Müll ärgert viele Waldbesucher

19 Prozent der Wanderer und Biker beschweren sich über Hundehalter, die ihre Tiere nicht kontrollieren, und über die Hundehaufen. 17 Prozent der Befragten ärgern sich über zu viel Müll im Wald.

Runder Tisch mit Verbänden soll gegen Konflikte helfen

Über 80 Prozent der Befragten geben an, dass sie genau wissen, wie sie sich im Wald verhalten müssen. Nur wenige sagen, dass sie sich Orientierungshilfen für das Verhalten. Das Forstamt Bad Dürkheim sieht hier Kommunikationsbedarf.

In Zukunft wird der Besucherstrom in den Wald eher noch zunehmen, heißt es in der Auswertung der Umfrage. Ein Großteil der Besucher zeige sich bereit zum Dialog. Das Forstamt hat die Ergebnisse der Umfrage unter anderem an die Pfalztouristik und den Bezirksverband Pfalz weitergeleitet. Im Gespräch ist ein runder Tisch, an dem auch Interessenvertreter von Wanderern und Bikern sitzen sollen.

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Maikammer

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