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Der Ausbruch des Coronavirus in der chinesischen Stadt Wuhan hat mittlerweile auch Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz. Der Chemiekonzern BASF stellte Mitarbeiter-Reisen in die Region ein.

Die BASF besitzt mehrere Werke in China, etwa eine Anlage in Shanghai. In der betroffenen Provinz Hubei hat der Konzern zwar keinen eigenen Produktionsstandort, allerdings sind Mitarbeiter dort immer wieder unterwegs. In Wuhan arbeiten 22 chinesische Angestellte für die BASF. Dienstreisen in die Region seien nun eingestellt worden, teilte eine BASF-Sprecherin auf SWR-Anfrage mit. Generell rate der Ärztliche Dienst der BASF seinen Mitarbeitern in China zur Vorsicht.

So sollten sie zum Beispiel den Kontakt zu Menschen mit Atemwegserkrankungen vermeiden. In der zentralchinesischen Provinz Hubei gibt es die meisten der mit der neuen Lungenkrankheit infizierten Menschen.

Auch andere deutsche Firmen wie der Automobilzulieferer Bosch und der Softwarekonzern SAP haben bereits Sicherheitsvorkehrungen gegen das tödliche Coronavirus getroffen.

Erste Coronavirus-Infektion in Deutschland bestätigt

In Deutschland ist unterdessen erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Bayern sagte, der Mann stamme aus dem Landkreis Starnberg. Der Patient befinde sich klinisch in einem guten Zustand, er werde medizinisch überwacht und sei isoliert.

Dauer

Intensive Kontrollen am Frankfurter Flughafen

Am Flughafen Frankfurt werden nach einer Information des Sozialministeriums Hessen aus den Risikogebieten in China einreisende Passagiere mit Fieber untersucht. Auf der Reise Erkrankte werden bereits im Flugzeug isoliert und untersucht. Bei Verdacht auf Coronavirus-Infektion käme ein Patient ins Krankenhaus und die Mitreisenden würden informiert.

Weitere Maßnahmen seien bei begründetem Krankheitsverdacht vorgesehen. Am Sonntag hatte sich ein Passagier mit Fieber schon vor der Landung gemeldet. Ärzte entkräfteten nach einer Untersuchung den Verdacht.

Leichte Zurückhaltung bei China-Flügen

Reisende zeigten sich zuletzt durch den Coronavirus bereits leicht verunsichert. "Wir verzeichnen derzeit eine leicht zurückhaltende Buchungslage für Flüge von und nach China", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag.

Auf Anordnung chinesischer Behörden bietet die Lufthansa ihren Kunden kostenfreie Umbuchungen für alle Flüge von und nach China an - ausgenommen ist Hongkong. Das gilt für Tickets, die vor dem 23. Januar gebucht wurden, und zwar für Flüge im Zeitraum von 24. Januar bis 23. Februar.

Evakuierung Deutscher Bürger möglich

Derweil erwägt die Bundesregierung die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Wuhan. Andere Länder wie Frankreich und die USA haben solche Rückholaktionen schon in die Wege geleitet.

Am Nachmittag sollte in Wuhan ein Team deutscher Konsular-Vertreter eintreffen. Derzeit berate der Krisenstab im Auswärtigen Amt über notwendige Maßnahmen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). "Reisende sollten überlegen, nicht zwingende Reisen nach China zu verschieben oder zu unterlassen", fügte er hinzu.

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