Neue Beweisanträge

Prozess um Armbrust-Mord in Waldsee verzögert sich

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Im Mordprozess um den Tod eines Autowerkstatt-Betreibers in Waldsee ist vor dem Landgericht Frankenthal auch ein halbes Jahr nach Prozessbeginn noch kein Ende in Sicht. Am Montag ging es erneut um die Tatwaffe, eine Armbrust.

Im Mordprozess um den Tod eines Autowerkstatt-Betreibers in Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis) bestreitet der Angeklagte vor dem Landgericht in Frankenthal weiterhin die Tat. Der 52-jährige aus Dirmstein (Kreis Bad Dürkheim) soll zwei Schüsse mit seiner Armbrust auf sein Opfer abgegeben haben und den Mann danach erdrosselt haben. Sein Anwalt will nun beweisen, dass sich die Tat nicht so abgespielt haben kann. Das führt dazu, dass das Verfahren länger dauert als geplant.

EIn Angeklagter vor Gericht (Foto: SWR)

Dubioser Chat mit asiatischen Frauen

So berichtete zum Beispiel bei der Verhandlung am Montag ein Beamter des Landeskriminalamtes über den Chatverlauf des Angeklagten mit zwei Frauen in Asien. Die Chats liefen in englischer Sprache ab und wurden für die LKA-Beamten übersetzt. Da habe der Angeklagte nach dem Tod des Werkstattbetreibers im Februar 2021 angedeutet, "er sei reingelegt worden“. Und außerdem sollten die asiatischen Frauen auf keinen Fall Nachrichten auf sein eigenes Handy schicken, weil er davon ausgeht, dass "dieses in der folgenden Zeit überwacht wird“.

Angeklagter: Übersetzung der Ermittler nicht korrekt

Der Angeklagte, der sich in dem Prozess immer wieder abwechselnd mit seinem Verteidiger zu Wort meldet, kritisierte die Qualität der Übersetzung, die den LKA-Beamten vorliegt. Die englischen Worte, die er damals benutzt habe, hätten eine ganz andere Bedeutung. Der Vorsitzende Richter kommentierte die Kritik des Angeklagten allerdings negativ: "Da haben Sie aber schon bessere Erklärungen geliefert“.

Frankenthal: Beschuldigter bestreitet nach wie vor die Tat

Damit spielte der Richter auf die Aussage des Angeklagten an, die er zu der Armbrust als Tatwaffe vor einiger Zeit gemacht hatte. Danach habe er sich die Armbrust zwar im Internet bestellt und per Post erhalten. Und er habe die Waffe auch in der Werkstatt aufbewahrt, um damit hin und wieder zu üben. Aber letztlich habe ein unbekannter Täter sich die Armbrust dort geschnappt und die Schüsse abgegeben. Sein Verteidiger sagte dem SWR am Montag, die Armbrust-Schüsse könnten aus Gründen der Physik niemals so abgegeben worden sein, wie es in der Anklage beschrieben werde.  

Verteidiger: Neues Gutachten soll Vorwurf widerlegen

Der Anwalt des Angeklagten hat angekündigt, vor dem Landgericht Frankenthal mehrere Beweisanträge zu stellen und ein Gutachten vorzulegen. Damit wolle er beweisen, dass sein Mandant nicht der schütze gewesen sein kann. Bis April sind in dem Prozess um den Armbrust-Mord noch zwölf Verhandlungstermine festgesetzt.

Prozess läuft bereits seit Ende Juli

Beim Prozessbeginn im vergangenen Juli hatte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vorgeworfen, im Februar 2021 in die Kfz-Werkstatt seine Opfers in Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis) eingedrungen zu sein. Dort soll er ohne Vorwarnung zwei Schüsse mit der Armbrust auf den Besitzer des Betriebs abgegeben haben. Anschließend soll er das schwerverletzte Opfer mit einem Seil und einer Plastiktüte erdrosselt haben.

Als Grund für den Angriff nannte die Staatsanwaltschaft damals einen Streit über einen Autoverkauf. Außerdem soll der Angeklagte vermutet haben, das Opfer habe eine Frau geschlagen. Unklar sei aber, wie diese Frau in Zusammenhang mit dem Angeklagten und dem Opfer stehe.

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