Gasexplosion Ludwigshafen-Oppau  (Foto: SWR)

Arbeiten an Unglücks-Gasleitung

Angst vor erneuter Explosion in Ludwigshafen

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Vor sieben Jahre explodierte in Ludwigshafen Oppau bei Instandsetzungsarbeiten eine Gasleitung mit mehreren Toten und Verletzten. Jetzt stehen ähnliche Arbeiten an und wieder wird - wie damals - das Gas in der Leitung nicht abgestellt.

Gasexplosion Ludwigshafen-Oppau 2014 (Foto: SWR)
Bilder wie aus dem Kriegsgebiet, die Autos verstaubt. Bei Bauarbeiten war damals eine Hochdruckleitung explodiert

Die Bewohner der angrenzenden Stadtteile Oppau und Edigheim sind in Sorge, dass die Leitung wieder - wie im Jahr 2014 - explodieren könnte, wenn bei normalem Gasdruck daran gearbeitet wird. Der Oppauer Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) sagte dem SWR, es wäre besser, die Leitung während der Arbeiten drucklos zu stellen. Zudem solle der Kampfmittelräumdienst die Baustelle untersuchen, da dort auch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten.

Im Oktober 2014 war bei Bauarbeiten die Hochdruckleitung explodiert – dabei starben zwei Bauarbeiter – mehr als 20 weitere Menschen wurden verletzt. Im August und September stehen erneut Arbeiten an der Ferngasleitung an.

Betreiberfirma will Leitung nicht abschalten

Ein Sprecher der Firma Gascade in Kassel, die die Gasleitung in Ludwigshafen betreibt, sagte dem SWR auf Anfrage, es sei nicht nötig, die Leitung abzuschalten, da man sehr "behutsam" vorgehe. Bei den geplanten Isolierungsarbeiten werde die Hochdruckleitung zunächst mit Schaufeln frei gelegt. Erst dann komme ein Bagger zum Einsatz.

Gasexplosion Ludwigshafen-Oppau 2014 (Foto: SWR)
Bei der Explosion am 23. Oktober 2014 entstand ein riesengroßer Krater im Ludwigshafener Stadtteil Oppau. Bild in Detailansicht öffnen
Bilder wie aus dem Kriegsgebiet: Verstaubte und zertrümmerte Autos. Bei Bauarbeiten war damals eine Hochdruckleitung explodiert. Bild in Detailansicht öffnen
... Kunstoff am Unglücksort schmolz wegen der großen Hitzeentwicklung ... Bild in Detailansicht öffnen
... auch Autos hielten nicht stand .... Bild in Detailansicht öffnen
Eine schwarze Rauchwolke und die Feuerwehr am Unglücksort Bild in Detailansicht öffnen
Bei dem Unglück starben zwei Arbeiter, außerdem wurden mehr als 20 weitere Menschen verletzt Bild in Detailansicht öffnen
Fassungslosigkeit bei den Einsatzkräften und Anwohnern Bild in Detailansicht öffnen
Bei dem Unglück kümmerten sich die Rettungskräfte um Verletzte Bild in Detailansicht öffnen

Ermittlungen nach dem Unglück eingestellt

Nach dem Unglück hatte die Staatsanwaltschaft Frankenthal gegen zwei Mitbetreiber der Pipelinefirma und zwei Mitarbeiter der Baufirma ermittelt. Der Vorwurf: Sie hätten die Gasleitung vor Beginn der Arbeiten freilegen müssen, weil unklar war, wo sie genau verläuft.

Spundwand löste Explosion aus

Bei den Arbeiten war eine Spundwand in den Boden gerammt worden. Das hatte offenbar die Explosion ausgelöst. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass die Pipeline-Außenwand nur noch weniger als einen Millimeter dick war. Das bestreitet die Pipelinefirma heute.

Die Explosion wäre laut einem Gutachten deshalb selbst dann eingetreten, wenn die Gasleitung zuvor frei gelegt worden wäre. Allerdings wurden die Ermittlungen eingestellt. Ein Gutachten entlastete damals die vier Beschuldigten.

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