Die Cyberattacke traf auch Privatnutzer. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

IT-Sicherheit erhöht wegen Ukraine-Krieg

Pfälzer Unternehmen und Kommunen fürchten Cyberattacken

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Nicoletta Prevete

Die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK) rät Unternehmen dringend, ihre IT-Sicherheit zu erhöhen. Man befolge dabei die Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dieses warnt aktuell insbesondere vor betrügerischen Spendenaufrufen per Email.

Als „besorgniserregend“ stuft Christiane Huber, Referentin für Digitale Wirtschaft bei der IHK Pfalz, die aktuell im Umlauf befindlichen, sogenannten Phishing-Emails ein. In den Mails werden die Leser dazu aufgerufen, für die Ukraine zu spenden. Dazu solle man einem in der E-Mail integrierten Link folgen. Wer den Link aufruft, installiert unbemerkt Schadsoftware auf seinem Rechner.

Kriminelle nutzen Mitleid mit der Ukraine aus

Dabei ginge es den kriminellen Absendern darum, sensible Daten der Unternehmen "abzufischen“. Kleinere und mittlere Unternehmen seien ein besonders beliebtes Ziel, da ihre Sicherheitsstandards nicht so hoch seien, informiert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

IHK Pfalz rät: dringend IT-Sicherheit erhöhen

"Wir raten den Unternehmen dringend, ihre IT-Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen und Mitarbeiter mehr für die Problematik zu sensibilisieren“, so Huber von der IHK-Pfalz. Die Problematik käme zur Unzeit, erklärt die Sprecherin weiter. Denn die Unternehmen in der Pfalz seien bereits durch die Pandemie angeschlagen. Die Digitalisierungsprozesse sollten die Unternehmen eigentlich wettbewerbsfähiger machen und würden jetzt zum Einfallstor für Cyberattacken.

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Furcht vor Cyberattacken auf kritische Infrastruktur

Zudem befürchte man Angriffe auf die kritische Infrastruktur, die ernsthafte Schäden bei der Energie- und Wasserversorgung sowie bei Gesundheitssystemen verursachen könnten, zeigt sich die IHK-Sprecherin beunruhigt. Die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL), die ihren Kunden Strom, Wasser, Erdgas und Wärme zur Verfügung stellen, bestätigen: "Es besteht durchaus die Gefahr für Cyberattacken.“

Ludwigshafen: TWL-Krisenstab beobachtet Folgen des Ukraine-Krieges

Seit dem 25. Februar beobachte daher ein Krisenstab die Folgen des Ukraine-Krieges auf die Geschäfte der TWL. Man fühle sich jedoch trotz der erhöhten Alarmbereitschaft gut gegen Cyberattacken gerüstet, so der städtische Versorger. Aufgrund von Hackerangriffen im Jahr 2020 habe man die Sicherheit noch einmal stark erhöht und sei daher besser als viele andere Unternehmen in der Pfalz auf Cyberattacken vorbereitet.

Auch Klinikum Ludwigshafen ist alarmiert

Ein stark angestiegenes Risiko für Cyberattacken im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg meldet auch das Klinikum in Ludwigshafen. "Wir am Klinikum Ludwigshafen nehmen dieses Risiko sehr ernst und unternehmen viel, um unsere Sicherheitsstandards weiter zu erhöhen“, erklärt Geschäftsführer Hans-Friedrich Günther dem SWR. Neben technischen Vorkehrungen würden auch veränderte Alarm- und Einsatzpläne zu diesen erhöhten Standards gehören.

Kommunen erhöhen ihre IT-Sicherheitsstandards

Neben Unternehmen und Krankenhäuser können auch Kommunen Opfer von Cyberattacken werden. Solche Attacken seien nicht auszuschließen, bestätigt etwa die Stadt Speyer. Daher würden aktuell Virenscanner und Firewall-Systeme mehrfach am Tag geprüft. Für besonders gefährlich hält die Stadt Speyer alle Formen von Spam-Mails, das heißt Massen-E-Mails wie etwa Viruswarnungen, Kettenbriefe oder Werbesendungen, die im Internet verbreitet werden. Daher würden viele dieser Mails blockiert und Mitarbeiter im Umgang damit sensibilisiert.

Im Falle eines Cyberangriffes müsse man befürchten, dass die Verwaltung längerfristig nicht arbeitsfähig wäre und die Bürger, die Bürgerdienste nicht in Anspruch nehmen könnten, so eine Sprecherin.

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