Amtsgericht Frankenthal

Prozess in Frankenthal um Fake-Account auf Tinder und unerlaubte Nacktfotos

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Ein Mann soll unerlaubt Fotos einer Frau dazu benutzt haben, um ein falsches Profil auf der Dating-App Tinder anzulegen. Am Montag hat ein Prozess dazu am Amtsgericht Frankenthal begonnen.

Dating-App Tinder (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki)
Angeklagter soll falschen Tinder-Account angelegt haben (Symbolbild) picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

Die Frau hatte von dem falschen Tinder-Profil mit ihrem Profilbild von Bekannten erfahren. Der Angeklagte aus Frankenthal soll zusätzlich auch eine Sex-Anzeige mit Nacktbildern der Frau erstellt haben. Die Frau war von Männern, die eine Sex-Bekanntschaft suchten, angeschrieben worden. Obendrein hatte sie erfahren, dass Nacktfotos von ihr auf einer Pornoseite zu sehen sind. Sie erstattete Strafanzeige.

Opfer fürchtet, Nacktfotos könnten Karriere schaden

Die Frau hat am Montag im Prozess am Amtsgericht Frankenthal als Zeugin ausgesagt. Sie arbeite als Modell und fürchte, dass es ihrer Karriere schadet, wenn bekannt werde, dass Nacktfotos von ihr auf Pornoseiten stehen und sie angeblich sexuelle Dienste anbiete. Die Nacktfotos habe ihr Exfreund vor mehreren Jahren mit ihrem Einverständnis gemacht. Wie sie im Internet gelandet sind, konnte bislang nicht geklärt werden.

Die Frau hatte die Nacktbilder und auch den Tinder-Account nach eigenen Angaben nicht selbst im Internet entdeckt, sondern hatte nur die abfotografierten Internetseiten zugesandt bekommen.

Angeklagter bestreitet, Tinder-Account erstellt zu haben

Der 23-Jährige ist wegen übler Nachrede angeklagt. Er bestreitet die Vorwürfe. Er und das Opfer kannten sich zuvor wohl nicht. Nach der Strafanzeige hatte die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Dabei kam heraus, dass das Tinderprofil zwar mit einer falschen Email-Adresse angelegt worden war, allerdings waren dort die Daten des Angeklagten hinterlegt - samt Handynummer. Daraufhin war seine Wohnung durchsucht worden.

Ermittler: Tinder-Account nicht unbedingt durch Angeklagten erstellt

Ein Polizist sagte am Montag vor Gericht aus, dass es zwar kurios gewesen sei, dass der Angeklagte sehr viele Email-Adressen besaß, allerdings seien die hinterlegten Daten kein Beweis, dass er tatsächlich den Tinder-Account angelegt hatte. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass er mit Hilfe der Fotos neben dem Tinder-Kontaktprofil auch Werbung für Unterwäsche und sexuelle Dienste gegen Geld angeboten hatte. Ein Motiv dafür wurde allerdings im Prozess nicht genannt.

Der Prozess wurde am Montag unterbrochen. Einen Fortsetzungstermin gibt es bislang nicht. Möglicherweise wird ein Gutachter beauftragt und es sollen noch Internet-Daten abgefragt werden.

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