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Vier Wochen Adventszeit: Das war nicht immer so. Der salische Kaiser Konrad II. legte diesen Zeitraum fest. Der Beschluss dazu fiel im Kloster Limburg in Bad Dürkheim.

Drei bis vier Wochen und vier Sonntage: Diesen Zeitraum für die Adventszeit legte eine Synode im Kloster Limburg in Bad Dürkheim in der Pfalz am 3. Dezember 1038 fest. Ausgangspunkt war ein Streit zwischen Kaiser Konrad II. und dem Straßburger Bischof.

Am 26. November 1038 machte der Kaiser auf einer Reise bei seinem Onkel Station, dem Straßburger Bischof Wilhelm. An jenem Sonntag feierte dieser mit seinem Klerus den ersten Advent - in Konrads Augen eine Woche zu früh. Es bedeutete, das damit das Jahr 1038 bis zum 24. Dezember insgesamt fünf Adventssonntage hatte - einen mehr, als Papst Gregor der Große rund 400 Jahre zuvor für die römische Kirche vorgegeben hatte.

Dauerstreit Adventszeit

Theologen und Gläubige hatten über die Dauer, wie lange sich Christen auf die Ankunft Jesu vorbereiten sollten, immer wieder gestritten. Je nach Liturgie gab es in verschiedenen Regionen des Reichs vier, fünf, sechs oder auch sieben Adventssonntage. Immer dann, wenn Weihnachten auf einen Montag fiel, wie im Jahr 1038, wurde es zusätzlich problematisch: Zählte Heiligabend nun als vierter Advent? Und dauerte die Adventszeit, die ja eine Buß- und Fastenzeit war, nun drei oder vier volle Wochen?

Kaiser rief Synode ein

Kaiser Konrad II. wollte den Fall für alle Christen in seinem Reich ein für alle Mal geregelt wissen. Eine Woche später, am 3. Dezember, feierte Konrad mit seiner Frau Gisela den ersten Advent im von ihm gegründeten Kloster Limburg, von dem heute in Bad Dürkheim nur noch eine Ruine übrig ist. Er berief eilig eine Synode ein. Diese klärte den kirchenrechtlichen Fall in Anwesenheit des Kaisers, wie zwei spätere Quellen aus Speyer und Weißenburg berichten.

Konrad befürchtete Kirchenspaltung

Historiker sind der Meinung, dass Konrad fürchtete, der Streit und die Adventszeit hätte eine Kirchenspaltung hervorrufen können. Dies wiederum hätte auch die Einheit des Reiches bedroht. Letztlich hätten bei der Synode im Kloster Limburg die teilnehmenden Bischöfe eigenständig - aber mit Unterstützung des Kaisers - das Problem zu einer Lösung gebracht.

Seither muss der erste Adventssonntag stets in der Zeit zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember begangen werden. Diese Regelung gilt für katholische und später auch evangelische Gläubige seit knapp 1.000 Jahren bis heute.

In diesem Jahr fällt der erste Adventssonntag auf den 29. November.

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