Ein Traktor versprüht Dünger auf einem Acker (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Neue Schädlinge und Krankheiten Wissing fordert mehr Pflanzenschutzmittel

Landwirtschaftsminister Wissing fordert, in den nächsten Jahren mehr Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft einzusetzen. Denn der Klimawandel bringe neue Schädlinge und Krankheiten hervor.

Volker Wissing (FDP) sagte dem SWR, man könne nicht immer mit noch mehr Verboten für Pflanzenschutzmittel reagieren. Das mache den Bauern zu schaffen. Man müsse weiter an umweltfreundlicheren Schädlingsbekämpfungsmitteln forschen. Diese seien an sich kein Umweltproblem, genauso wie Medikamente an sich kein Problem seien.

Wissing kritisierte zudem erneut das Insektenschutzprogramm von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Dieses sei eine heftige Kampfansage an die Landwirtschaft. Klöckner hatte Ende 2018 einige sogenannte Neonicotinoide als insektenschädlich eingestuft und verboten.

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Projekt gegen Schädlinge beim Zuckerrübenanbau

Um beispielsweise Strategien gegen die fünf wichtigsten Schädlinge und Krankheiten im Zuckerrübenbau zu entwickeln, übergab Wissing am Mittwoch auf einer Tagung der süddeutschen Zuckerwirtschaft in Frankenthal einen Förderbescheid in Höhe von 1,4 Millionen Euro für ein Forschungsprojekt. Das groß angelegte Kooperationsvorhaben "Nachhaltiges Insekten- und Krankheitsmanagement im Zuckerrübenbau der Zukunft" (NIKIZ) solle auch den Anbau- und Verarbeitungsstandort im Land sichern, sagte Wissing.

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Das NIKIZ besteht aus den wichtigsten Institutionen aus Forschung, Beratung und Versuchswesen im Zuckerrübenbau sowie den 14 führenden Zuckerrübenbetrieben.

Gefahr durch eingewanderte Insekten

Der Geschäftsführer des Verbands der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer, Christian Lang, bezeichnete einwandernde Insekten als Gewinner des Klimawandels. Sie gefährdeten durch mitgebrachte Viren oder Bakterien Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und dem vor- und nachgelagerten Gewerbe.

Der Verband der Zuckerrübenanbauer betreut Lang zufolge etwa 2.000 Anbauer in Rheinland-Pfalz und Südhessen. Das Anbaugebiet umfasse rund 19.000 Hektar.

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