Volker Wissing (FDP) (Foto: SWR)

Versammlung des Bauern- und Winzerverbands in Bad Dürkheim Wissing will mehr Investitionen und weniger Bürokratie

Der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) kritisierte Veränderungen bei der EU-Agrarpolitik. Bundeswirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach von "ambitionierten Zielen".

Die Position der Erzeuger als schwächstes und zugleich unverzichtbares Glied der Lebensmittelkette müsse gestärkt werden, sagte Wissing am Montag auf der Versammlung des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz-Süd in Bad Dürkheim. Betriebe hätten einen hohen Investitionsbedarf bei niedriger Kapitalrendite.

"Um unsere Betriebe wettbewerbsfähig zu halten, müssen Ansätze zur Modernisierung und die Nutzung neuester Techniken einschließlich Digitalisierung Priorität haben", sagte Wissing. Dazu gehöre, die Gesellschaft mitzunehmen und zu informieren, was moderne Landwirtschaft und Weinbau ausmache.

"Der Brexit hat gezeigt, was passiert, wenn die Kluft zwischen Stadt und Land immer größer wird und die Menschen im ländlichen Raum das Gefühl haben, dass ihre Bedürfnisse nicht mehr Ernst genommen werden", sagte Wissing. Europa brauche jedoch Zusammenhalt. Es gelte, "vom Betrieb her" zu denken.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Ausreichende Finanzierung sei nicht ausreichend

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) betonte bei dem Treffen, die ambitionierten Ziele der Agrarpolitik seien nur mit ausreichender Finanzierung zu erreichen. "Man darf nicht einerseits immer mehr öffentliche Leistungen von den Bäuerinnen und Bauern einfordern, während man ihnen andererseits die öffentlichen Mittel kürzt." Das ginge nicht.

Eine perspektivische Agrarpolitik müsse berücksichtigen, dass Landwirtschaft weit mehr als nur satt machen soll. Sie müsse auch beachten, dass die Nutztierhaltung, der Einsatz von Pflanzenschutzmittel nicht unumstritten sind", sagte Klöckner. "Eine moderne Agrarpolitik tritt ein für Wettbewerbsfähigkeit, für Tierschutz, für Umwelt- und Naturschutz, für nachhaltiges Wirtschaften in attraktiven ländlichen Räumen."

Wahl der Verbandsspitze

Auf dem Programm stand zudem die Wahl eines neuen Präsidiums. Präsident Eberhard Hartelt und die Vizepräsidenten wurden im Amt bestätigt.

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