Angeklagter vor dem Landgericht Frankenthal (Foto: SWR, Sebastian Barth)

Vater schildert Tat Aussage im Frankenthaler Babymord-Prozess

Im Prozess um den Vater, der im Mai 2016 sein Baby vom Balkon geworfen haben soll, hat sich der Angeklagte erstmals vor Gericht geäußert.

Unter Schluchzen erklärte der heute 34-Jährige, wie leid ihm tue, was er seinem wenige Monate alten Baby angetan habe und auch seinen beiden Kindern, die mit in der Wohnung waren. Dann schilderte er, wie er zunächst große Mengen Kokain geschnupft habe und davon überzeugt gewesen sei, dass seine Partnerin ihn bei der Polizei verraten hätte.

Im Drogenwahn gehandelt

Er könne sich nicht mehr daran erinnern, wie er mit dem Baby auf den Balkon gekommen sei. Er sei im Drogenwahn gewesen und habe gedacht, er stürze mit dem Baby gemeinsam vom Balkon. Er habe es auffangen wollen, sagte der Angeklagte am Freitag vor dem Landgericht Frankenthal.

Landgericht Frankenthal (Foto: SWR, Sebastian Barth)
Der Angeklagte sagte vor dem Landgericht Frankenthal, er habe am Tatabend unter Drogeneinfluss gestanden. Sebastian Barth

Polizeivideo als Beweismittel zugelassen

Kurz vor seiner Aussage wurde erstmals als Beweismittel ein Video gezeigt. Das hatte die Schulterkamera eines Polizisten aufgezeichnet. Über die Zulassung dieses Videos war vor Gericht lange gestritten worden. Im Prozess hieß es bisher, der Angeklagte habe nach seiner Festnahme gerufen, dass er das Baby nur geworfen habe, weil die Polizei gekommen sei. In der Videoaufnahme der Polizei war am Freitag vor Gericht allerdings etwas anderes zu hören. Da schrie der Angeklagte kurz nach seiner Festnahme: "Wenn ihr nicht gekommen wärt, hätte ich nichts gemacht".

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