Ehemals Angeklagter im Thai-Orchidé-Prozess (Foto: SWR)

Mordprozess in Frankenthal Freispruch in Thai-Orchidé-Prozess

Ein Mann wurde seit Jahren verdächtigt, eine Mitarbeiterin der Speyerer Nachtbar "Thai-Orchidé" ermordet zu haben. Jetzt wurde er vom Landgericht Frankenthal freigesprochen.

"Im Zweifel für den Angeklagten" - so das Fazit aus diesem Prozess um den brutalen Mord an der Mitarbeiterin der Speyerer Nachtbar "Thai-Orchidé" am Landgericht Frankenthal. Zuvor hatten alle Prozessbeteiligten Freispruch für den Angeklagten gefordert - auch die Staatsanwaltschaft und der Anwalt der Nebenklage. Dem Mann könne die Tat nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Ermittler zu fokussiert auf Täter?

Der Mann soll laut Anklage bei einem Überfall 2012 die Angestellte der Bar zusammen mit einem nicht ermittelten Komplizen getötet haben. Auf die Frau war eingestochen und geschossen worden. Auch war ihr Kopf so brutal auf einem Stuhl nach hinten gedrückt worden, dass sie erstickte. Der Verteidiger hatte von Anfang an den Ermittlern vorgeworfen, sich zu früh auf seinen Mandanten als Täter festgelegt zu haben.

Die Beweislage gegen den Mann war von Anfang an dünn. Er hatte erfolgreich Haftbeschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt und war seit Jahren auf freiem Fuß. Das Gericht hatte bestätigt, dass gegen den Mann kein dringender Tatverdacht besteht. Deshalb hatte sich auch immer wieder der Prozess verzögert. Bei Gericht wurden erst sogenannte Haftangelegenheiten verhandelt - Prozesse, bei denen die Angeklagten in Untersuchungshaft sitzen.

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