Die B271 führt in Diedesheim am Haus der Dörrs vorbei (Foto: SWR)

SWR-Mitmachaktion #zuLAUT Lärm der B271 in Deidesheim nervt die Anwohner

Die B271 führt mitten durch die Pfalz und nervt in Deidesheim viele Anwohner am Ortsrand. Autos, Lkws, Motorräder rauschen Tag und Nacht vorbei. Trotzdem lehnt die zuständige Behörde einen Lärmschutz ab.

Das Ehepaar Ingrid und Günter Dörr wohnt neben der Bundesstraße 271 – nur 80 Meter trennen den Garten des großen Einfamilienhauses von der Bundesstraße. Das Paar fühlt sich extrem lärmgeplagt. Vor allem im Sommer sei es kaum möglich, abends im Garten zu sitzen, sagen beide. Sind die Fenster offen, müsse man den Ton des Fernsehers im Wohnzimmer lauter drehen, weil die Bundesstraße so laut sei.

Das Ehepaar Ingrid und Günter Dörr aus Deidesheim fühlt sich lärmgeplagt. #zuLAUT (Foto: SWR)
Das Ehepaar Ingrid und Günter Dörr aus Deidesheim fühlt sich lärmgeplagt. #zuLAUT

Familie macht bei SWR-Aktion #zuLAUT mit

Aus diesem Grund haben sich die Dörrs bei der SWR-Mitmachaktion #zuLAUT gemeldet. Ein SWR-Mitarbeiter hat am Montag ein Meßgerät im Garten der Familie aufgehängt - zwei Wochen lang wird der Verkehrslärm dort gemessen. Es wird mehr als 20.000 Einzelmessungen geben, um herauszufinden, wie hoch die Lärmbelästigung an der B271 wirklich ist.

Montage: Autoverkehr und junge Frau, die sich die Ohren zuhält (Foto: Getty Images, Getty Images -)
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Seit über 30 Jahren genervt vom Lärm

Denn der ständige Geräuschpegel nervt das Ehepaar seit über 30 Jahren. Anfang der 1980er Jahre zogen Ingrid und Günter Dörr damals in das neue Haus, die Bundesstraße wurde erst später gebaut. Eigentlich sollte sie weiter östlich verlaufen, sagt Günter Dörr.

Laut Landeszentrale für Mobilität (LBM) hatte eine Lärmschutzprüfung 1993 ergeben, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden. Wie der LBM auf SWR-Anfrage mitteilte, sei der Lärmschutz 2015 überprüft worden.

Weiter heißt es: "Die heutigen Verkehrszahlen liegen höher als das seinerzeit in Ansatz gebrachte Prognoseverkehrsaufkommen, die Lkw-Anteile sind dafür etwas niedriger (Es besteht ein Lkw-Verbot über 7,5 Tonnen für den Durchgangsverkehr)." Nach Behördenangaben gebe es "geringfügig höhere Lärmpegel" gegenüber der Berechnung von 1993.

Anwohner: Welches Lkw-Verbot?

Das versteht Günter Dörr nicht, denn auf der B271 fahren auch viele Schwerlaster vorbei - von einem Lkw-Verbot ist den Anwohnern nichts bekannt. Die Dörrs wünschen sich einfach mehr Lärmschutz, eine Schutzwand an der Bundesstraße vielleicht, die den Lärm abhält.

Dauer

Laut Behörde ist es aber an der B271 gar nicht so laut: Die Lärmpegel lägen sogar "weit unterhalb der Hörbarkeitsschwelle", teilte der LBM dem SWR mit. Das empört die Dörrs. Denn der Lärm ist bei ihnen im Garten deutlich zu hören.

Verkehr und Lärm sind immer lauter geworden, sagen die Dörrs. Und trotzdem: Die Behörde sieht keinen Handlungsbedarf. So ähnlich geht es auch einer Bürgerinitiative in Lachen-Speyerdorf.

Viele Menschen im Südwesten leiden unter Verkehrslärm. Gehören Sie auch dazu? Dann machen Sie mit bei unserer großen #zuLAUT-Aktion. Wir wollen wissen, wie laut es an den Straßen im Südwesten ist. Mit Ihrer Hilfe erstellen wir eine interaktive Lärm-Karte.

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