Der Angeklagte im Landgericht Frankenthal (Foto: SWR)

Berufungsprozess Bierflaschen-Attacke in Dirmstein: Opfer leidet unter Folgen

Im Berufungsprozess um die Bierflaschen-Attacke auf einen jungen Mann wurden am ersten Prozesstag mehrere Zeugen vernommen. Darunter auch das Opfer der Attacke.

Der junge Mann leidet laut eigener Aussage noch heute an den Folgen der Bierflaschen-Attacke. Er ist durch den Vorfall zu 80 Prozent behindert und wird aktuell in einer stationären Reha behandelt. Es ginge ihm sehr schlecht, er bekäme Angst, wenn er den Angeklagten anschaue, sagte er. Zum Vorfall selbst soll sich das Opfer erst im September äußern, wenn auch ein psychologischer Gutachter dabei sein kann.

Verteidigung will Freispruch

Die Verteidigung hat angekündigt, einen Freispruch für ihren Mandanten zu fordern. Unter anderem seien die Beweise im vorangegangenen Prozess nicht ausreichend gewesen. Die Zeugen hätten sich von Anfang an auf den Angeklagten als Schuldigen eingeschossen. Dabei sollen die Zeugen teilweise beeinflusst worden sein. Erinnerungen seien leicht zu manipulieren, und genau das sei hier passiert.

Angeklagte äußerte sich selbst

Der Angeklagte äußerte sich zum Beginn des Berufungsprozesses selbst zu dem Vorfall im August 2015. Er hätte das Opfer auf der Party in Dirmstein nicht mit einer Bierflasche attackiert. Im Gegenteil: Er sei zuvor von dem Opfer und dessen Freunden angegriffen worden.

Das geschah damals

Das Opfer wurde vor vier Jahren auf einer Party mit einer Bierflasche attackiert, erlitt dabei ein schweres Schädelhirntrauma und lag wochenlang im Koma. Über seinen Anwalt fordert er in einem anderen Verfahren Schmerzensgeld vom Täter. Dabei geht es um etwa 300.000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz, wie der Anwalt mitteilt.

Dauer

Vor zwei Jahren wurde der angeklagte Student vom Frankenthaler Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hat er Berufung eingelegt.

Gericht: Opfer aus dem Nichts attackiert

Das Gericht sagte damals, der Täter habe sein Opfer aus dem Nichts attackiert und eine Bierflasche auf dessen Kopf geschlagen. Das Opfer leide bis heute an den Folgen und sei gesundheitlich schwer geschädigt. Nach Angaben der Mutter des jungen Mannes ist ihr Sohn auf Pflege angewiesen.

Weil der Verurteilte sich mit seinen Anwälten überworfen und das Frankenthaler Landgericht mit Personalnot zu kämpfen hatte, kommt es erst jetzt zum Berufungsprozess.

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