Rohr bei der BASF (Foto: SWR)

Prozess nach Unglück mit fünf Toten Gutachter kritisiert BASF

Trägt die BASF an dem Unglück, das 2016 fünf Menschenleben forderte, eine Mitschuld? Das ist nicht ausgeschlossen. Am Montag hat ein TÜV-Gutachter vor dem Frankenthaler Landgericht ausgesagt.

Der Gutachter sagte, die geborstene Ethylen-Fernleitung sei zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Stand der Technik gewesen. Allerdings sei es verwunderlich, dass die Leitung keine Brandschutz-Beschichtung gehabt habe. Damit entlastet der Gutachter den Konzern nur zum Teil.

Beschichtung hätte für mehr Sicherheit gesorgt

Eine Brandschutzbeschichtung auf der Ethylenleitung sei zwar damals keine Vorschrift gewesen, hätte aber für mehr Sicherheit gesorgt. Nach Herstellerangaben hätte eine solche Beschichtung bis zu zwei Stunden mehr Zeit für die Feuerwehr und ihre Gegenmaßnahmen gegen den Brand geschaffen, sagte der Gutachter weiter.

So aber explodierte die Leitung sechs Minuten, nachdem das Feuer ausgebrochen war. Außerdem kritisierte der Gutachter, dass eine Kennzeichnung der Leitungen alle 200 Meter mit Kreide nicht ausreichend sei, wenn eine farbliche Markierung bei den Leitungen fehle.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Opfer-Anwalt Alexander Klein sieht sich bestätigt: "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Gericht nicht von einer Mitverantwortung der BASF ausgeht - bei der Sachlage."

Falsches Rohr angeschnitten

Im Oktober 2016 war in Ludwigshafen eine Leitung explodiert, fünf Menschen starben, über 40 wurden verletzt. Ein Arbeiter soll in ein falsches Rohr geschnitten und so das Unglück ausgelöst haben. Der letzte Verhandlungstag im Frankenthaler Prozess ist für kommenden Dienstag angesetzt.

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