Maike Kohl-Richter in Speyer bei der Umbennung der Rheinpromenade. (Foto: SWR)

Prozess am Landgericht Köln Peter Kohl sagt im Rechtsstreit um Kanzler-Memoiren aus

Im Rechtsstreit um ein Buch über Altkanzler Helmut Kohl hat dessen Sohn jetzt am Landgericht Köln ausgesagt. Witwe Maike Kohl-Richter klagt seit Mittwoch auf Schadenersatz.

Peter Kohl erhob im Prozess schwere Vorwürfe gegen die Witwe des Altkanzlers Maike Kohl- Richter. Sie überziehe ihn seit Jahren mit Anwaltsschreiben und wolle die Deutungshoheit über Kohls Erbe erlangen. Selbst die Pflege des Grabes seiner Mutter Hannelore soll ihm verboten werden, sagte Peter Kohl vor Gericht aus, und rang dabei sichtlich um Fassung.

Weitere Zitate sollen gestrichen werden

Maike Kohl Richter versuche offensichtlich das geistige Erbe seines Vaters auf Ewigkeiten zu besetzen. Sie sei aber keine Historiker Historikerin, so Peter Kohl. Die Witwe des Altkanzler möchte in dem Verfahren unter anderem darüber Auskunft erhalten, welche Gewinne Autoren und Verlage des Buches "Vermächtnis - Die Kohlprotokolle" gemacht haben. Zum anderen will die Witwe weitere Zitate aus dem Buch gelöscht haben.

Vertraulichkeitsbruch ja oder nein?

Im Verfahren geht es um die Frage: War der Autor Heribert Schwan zur Vertraulichkeit verpflichtet? Eine entsprechende Vereinbarung habe sein Vater jedenfalls nie unterschrieben, sagte Peter Kohl aus. "Er hat Herrn Dr. Schwan absolut vertraut." Die Gespräche im Keller seines Hauses in Ludwigshafen-Oggersheim hätten für ihn den Charakter einer "Therapiesitzung" gehabt, "wo mein Vater sein Innerstes rausgekehrt hat".

Diese Aussage könnte für den Autor der Kohlprotokolle und den Verlag entscheidend sein: Wenn es keine Vertraulichkeitsvereinbarung gebe, könne auch nicht vom Bruch der Vertraulichkeit die Rede sein. Dieser angebliche Bruch war bisher Grundlage für die Schadenersatzforderungen.

Hickhack um Schadenersatz

Das Landgericht Köln hatte damals, als der Altkanzler selbst gegen das Buch prozessiert hatte, festgestellt, dass darin unerlaubt Zitate Helmut Kohls veröffentlicht worden waren. Es sprach Helmut Kohl eine Million Euro Schadenersatz zu. Seine Witwe klagte nach seinem Tod, dass ihr als Hinterbliebene das Geld zustünde. Das Oberlandesgericht Köln wies die Klage 2018 jedoch ab, da die Ansprüche nicht vererbbar seien.

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