Langericht Frankenthal Eingang (Foto: SWR, Panja Schollbach)

"Babymord-Prozess" am Landgericht Frankenthal Anwalt des Angeklagten schaltet Bundesverfassungsgericht ein

Der sogenannte "Babymord-Prozess" am Landgericht Frankenthal kommt aktuell einfach nicht voran. Am Donnerstag ist die Mutter des getöteten Kindes nicht vor Gericht erschienen. Jetzt ist sogar das Bundesverfassungsgericht involviert.

Ihr Anwalt hat dem Landgericht ein psychiatrisches Attest vorgelegt. Demnach ist die Frau nicht aussagefähig. Das Landgericht will den Zustand der Kindesmutter jetzt von einem Amtsarzt überprüfen lassen.

Der Prozess gegen den ehemaligen Lebensgefährten der Frau hat sich immer wieder verzögert, unter anderem auch weil die Befragung der Kindesmutter abgebrochen und verschoben werden musste. Der Beschuldigte soll das wenige Monate alte gemeinsame Baby 2016 vom Balkon einer Frankenthaler Wohnung geworfen haben.

Klage beim Bundesverfassungsgericht

Alexander Klein, der Anwalt des Angeklagten, hat unterdessen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingeschaltet. Ein Sprecher des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe bestätigte am Donnerstag den Eingang der Klage. Damit will der Anwalt erreichen, dass der Angeklagte nach zweieinhalb Jahren Untersuchungshaft so lange aus dem Gefängnis entlassen wird, bis das Landgericht Frankenthal ein Urteil fällt.

Der Rechtsanwalt sagte, sein Mandant habe ein Recht darauf, dass das Verfahren schnellstmöglich durchgeführt werde. Das sei jedoch nicht der Fall. Es müsse mindestens einen Verhandlungstag pro Woche geben. Derzeit sei aber im Schnitt nur etwa ein halber Verhandlungstag pro Woche vorgesehen, sagte Klein.

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