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Umstrittene Veranstaltung auf Hambacher Schloss "Neues Hambacher Fest" spaltet die Gemüter

Das "Neue Hambacher Fest" hat am Samstag für Trubel rund um das Hambacher Schloss gesorgt. Zu der von national-konservativen Kräften initiierten Veranstaltung kamen allerdings weitaus weniger Teilnehmer als erwartet.

Das Schloss in Neustadt an der Weinstraße war am Samstag wegen der Veranstaltung und mehreren Demonstrationen bis zum Nachmittag für Besucher gesperrt. Das "Neue Hambacher Fest" begann um 11.00 Uhr. Nach Angaben der Stiftung Hambacher Schloss wurden dazu etwa 1.450 Menschen erwartet. Die Polizei sprach am Sonntag aber von nur 500 Teilnehmern.

Thilo Sarrazin als Redner geladen

Schon am frühen Samstagmorgen machten sich demnach unter dem Motto "Marsch der Patrioten" die Teilnehmer zu Fuß auf den Weg zum Schloss. Ein Hambacher Bürger versuchte, den Aufzug zu stören, indem er Gülle auf die Straße spritzte. Ansonsten verlief der Weg zum Schloss aus Sicht der Polizei störungsfrei.

Die Teilnehmer kamen, um Redner wie AfD-Chef Jörg Meuthen oder den früheren SPD-Politiker Thilo Sarrazin zu hören. Auch die als Bürgerrechtlerin bekanntgewordene Vera Lengsfeld und der Islamkritiker Imad Karim waren als Redner geladen. Auch der rheinland-pfälzische Landeschef der Partei, Uwe Junge, war unter den Besuchern.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Ins Leben gerufen wurde das "Neue Hambacher Fest" vom konservativen Ökonom und Investmentbanker Max Otte. Er sagte in seiner Eröffnungsrede, es gebe heute wieder zensurähnliche Zustände wie während des historischen Hambacher Festes im Mai 1832.

Demonstranten protestieren gegen die Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss (Foto: SWR)
Demonstranten protestieren gegen die Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss

Rund 120 Menschen demonstrierten nach Polizeiangaben ruhig gegen die Veranstaltung. "Das Hambacher Fest soll instrumentalisiert werden für rechtskonservative Politik in Deutschland. Das hat unserer Meinung nach nichts mit dem ursprünglichen Hambacher Fest zu tun", sagte Demonstrant Rüdiger Stein vom "Regionalen Bündnis gegen Rechts in Neustadt".

Kritik an Veranstalter

Die Kritiker warfen Otte vor, er stelle zu Unrecht einen Bezug zu dem historischen Ereignis her. Im Mai 1832 demonstrierten Tausende Menschen am Hambacher Schloss für die Einheit des Landes, für Bürgerrechte und Freiheit. Es gilt als Höhepunkt der bürgerlichen Opposition in der Zeit der Restauration.

Schon im Vorfeld hatte Ottes angebliche Neuauflage daher für Unmut gesorgt. Organisationen wie der "Freundeskreis Hambacher Fest 1832" oder die Hambach-Gesellschaft für historische Forschung und politische Bildung kritisieren, Otte und diverse Redner aus dem rechtspopulistischen Lager missbrauchten das historische Fest für ihre politischen Ziele.

AfD auf dem Schloss vertreten

Dass die rechtspopulistische AfD auf dem Schloss sichtbar vertreten war, fanden viele Demonstranten bedenklich. "Diese Partei verflucht die Presse und will gleichzeitig ein demokratisches Fest feiern. Das passt doch nicht zusammen", sagte eine Demonstrantin. 

Polizisten sichern die Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss (Foto: SWR)
Polizisten sichern die Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss

Um einen Zusammenstoß zwischen Teilnehmern und Gegendemonstranten zu vermeiden, war die Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.

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