Rund 300 Menschen demonstrieren gegen Treibstoff-Ablass von Flugzeugen über der Pfalz. (Foto: SWR)

Politik unterstützt Bürgerinitiative 300 Menschen demonstrieren im Pfälzerwald gegen Kerosin-Ablass

In der Nähe des pfälzischen Maikammer haben etwa 300 Menschen gegen Kerosin-Ablass von Flugzeugen demonstriert. Das waren weniger als der Veranstalter dachte.

Die Initiative Pro Pfälzerwald hatte mit mehr Teilnehmern gerechnet. Laut Polizei sind schließlich 300 Menschen dem Aufruf nach Maikammer gefolgt. Die Demonstration unter dem Motto "Schluss mit Fuel Dumping" sei ruhig verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei Neustadt.

Die Aktivisten kritisieren, das Thema werde verharmlost und es herrsche eine große Intransparenz. So sei unklar, welche Folgen das Ablassen von Kerosin, das Piloten nur im Notfall machen sollen, für die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung haben. Auch veröffentlichten die Verantwortlichen Zahlen nur auf Anfrage und sie nähmen keine Messungen vor.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

CDU-Fraktionschef Baldauf: "Verunsicherung verständlich"

Zahlreiche Redner aus der Landes- und Bundespolitik sprachen zu den Demonstrationsteilnehmern, darunter der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Baldauf und der SPD Bundestags-Abgeordnete Herzog. Sie versicherten, sich für mehr Transparenz und Aufklärung einzusetzen. "Die Verunsicherung und Sorge vieler Bürger über den Kerosinablass über dem Pfälzerwald ist vollkommen verständlich", sagte Baldauf.

Über 70.000 Unterschriften hat "Pro Pfälzerwald" im Rahmen der Petition "Kerosinregen - Nein Danke!" bereits gesammelt. Laut der Initiative hatten Flugzeuge in den letzten drei Jahren mehrere hundert Tonnen Kerosin über dem Pfälzerwald abgelassen

Landesregierung will mehr Transparenz

Die Landesregierung will mit einer Bundesratsinitiative mehr Transparenz zum sogenannten Fuel Dumping von Flugzeugen erreichen und zur Entwicklung von Alternativen beitragen. "Beim Thema Kerosin spricht Rheinland-Pfalz mit einer Stimme", sagte Schweitzer. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) müsse seiner Verantwortung nachkommen und die im Koalitionsvertrag verabredete Veröffentlichungspflicht binnen 24 Stunden nach dem Ablassen von Treibstoff umgehend umsetzen.

Die auf Landesebene zuständigen Regierungsmitglieder, Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) und Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP), müssten gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium umgehend in Gutachten klären, ob und welche Gefährdungen für Mensch und Tier durch das Ablassen von Kerosin ausgingen, forderte Baldauf. "Außerdem muss die Bevölkerung zeitnah informiert werden, wenn Flugzeuge Treibstoff ablassen."

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