Baggerarbeiten bei Altrip (Foto: SWR)

Niedrigwasser im Rhein Umbau soll Fährbetrieb zwischen Mannheim und Altrip wieder ermöglichen

In Altrip und Mannheim wird jeweils an den Anlegestellen der Fähre gebaut. Es ist ein Versuch, trotz des Niedrigwassers den Fährbetrieb nach gut einem Monat wieder aufnehmen zu können.

Auf der Altriper Rheinseite schaufelt zurzeit ein Bagger mehrere tausend Tonnen Kies aus der Fahrrinne heraus und verlagert den Kies an eine andere Stelle. Nach Angaben der zuständigen Verbandsgemeinde Rheinauen (Rhein-Pfalz-Kreis) liegt die Fähre auf dem Kies fest. Sie soll durch die Baggerarbeiten bald wieder frei schwimmen können.

Bagger schüttet im Rhein Kies auf (Foto: SWR)
Kies ausbaggern für eine tiefere Fahrrinne

Am Mannheimer Ufer hat eine Spezialfirma den betonierten Anleger entfernt. Am Wochenende wurde das Betonfundament in Mannheim erneuert und 20 Zentimeter tiefergelegt. Wenn der Beton trocken ist, soll eine Testfahrt zeigen, ob die Fähre bald ihren Betrieb wieder aufnehmen kann.

Die Mitarbeiter nutzen die Zeit für Wartungsarbeiten am Schiff. Wie die Verbandsgemeinde mitteilt, liegen die Kosten der Baumaßnahmen bei rund 75.000 Euro. Hinzu kommt ein Verlust wegen fehlender Einnahmen aus dem letzten Monat von 100.000 Euro.

Europäische IHK fordern schnelle Rhein-Vertiefung

Die Industrie- und Handelskammern im Land fordern wegen des Niedrigwassers, dass der Rhein schnell eine tiefere Fahrrinne bekommen soll. Nach Angaben der IHK Koblenz unterstützen sie einen Vorstoß von rund 60 Industrie- und Handelskammern aus sieben Staaten in Europa. In Deutschland ist die Vertiefung des Rheins zwar geplant, wird vermutlich aber nicht vor dem Jahr 2031 kommen. Das hat auch der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) vor kurzem wieder kritisiert.

Historischer Tiefstand

Wegen des Niedrigwassers im Rhein müssen mehrere Fährbetreiber Pausen einlegen. Ein Betrieb musste sogar schon Personal entlassen. Auch die Wirtschaftsunternehmen am Rhein leiden unter den niedrigen Pegelständen, weil Schiffe nur noch einen Bruchteil an Ladung transportieren können, wodurch die Transporte teurer werden und die Produktionspreise steigen.

Der Rheinpegel erreichte diesen Sommer teilweise Rekord-Tiefstände, in Altrip misst der Pegel aktuell 94 Zentimeter.

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