Ein schwules Paar sitzt verliebt nebeneinander (Foto: Imago, Westend)

Neues Seelsorge-Angebot Bistum Speyer geht auf Homosexuelle zu

Das Bistum Speyer will gegen die Diskriminierung von Homosexuellen in der Diözese vorgehen. Dafür hat das Bistum jetzt zwei Seelsorger bestimmt, die Schwulen und Lesben Gesprächspartner sein sollen.

Damit folgt das Bistum Speyer dem Beispiel anderer Diözesen, wie beispielsweise Freiburg. Schwule oder lesbische Mitarbeiter der Kirche, aber auch Gemeindemitglieder und Menschen anderer Konfessionen können sich an die beiden Pastoral-Referenten wenden. Auch für Angehörige von Homosexuellen gilt das Gesprächsangebot. Ziel sei es, Vorurteile abzubauen, so der zuständige Männerseelsorger im Bistum. Bischof Karl-Heinz Wiesemann habe diesen Dialog nun offiziell eingefordert. Es werde der Würde des Menschen nicht gerecht, wenn man ihn auf seine sexuelle Orientierung reduziert, so Wiesemann.

Viele gläubige Homosexuelle haben sich bisher versteckt

"Wir wissen dass viele Homosexuelle leidvolle Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben", sagt Axel Ochsenreither, Referent für Männerseelsorge im Bistum Speyer. Viele hätten Verletzungen und Zurückweisungen erlebt. Ochsenreither sagt, dass auch in den vergangenen Jahren ab und zu schwule Männer zu ihm kamen, um sich Rat zu holen. Genauso geht es Frauenseelsorgerin Monika Kreiner. Auch wenn es im Bistum bislang kein offizielles Gesprächsangebot für Homosexuelle gab, seien ihr lesbische Frauen und Paare bekannt. So befürchten manche von ihnen, sich verstecken zu müssen, weil sie im kirchlichen Dienst sind. Monika Kreiner und Axel Ochsenreither hoffen, dass sich das nun ändert.

Der Speyerer Dom  (Foto: Tourist-Information Speyer)
Flyer in den Speyerer Kirchen fordern Lesben und Schwule auf, mit den Seelsorgern ins Gespräch zu kommen Tourist-Information Speyer

Forderung von Papst Franziskus

Andere Bistümer haben die Aufforderung von Papst Franziskus schon früher umgesetzt. Dieser hatte schon 2016 dazu aufgerufen, Homosexuelle würde- und respektvoll zu behandeln. Weltweit ist diese Forderung aber keineswegs Konsens. So hatte Ende 2017 ein Bistum in den USA Schlagzeilen gemacht, weil es Homosexuelle über den Tod hinaus diskriminierte und ihnen die Beerdigung verweigern wollte.

Ein wichtiges Signal

In Deutschland gab es bisher eine Initiative von schwulen und lesbischen Katholiken, aber keine von kirchlicher Seite. Deswegen sei das Signal von Bischof Wiesemann nicht zu unterschätzen, sagt Axel Ochsenreither. "Es ändert was. Damit sei eine gewisse Autorität und Legitimierung verbunden."

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