In diesem Gebäude wurde eine junge Frau erstochen (Foto: SWR)

Mann gesteht tödlichen Messerangriff in Neustadt/Weinstraße Täter hatte Kontaktverbot zu seiner Ex-Freundin

Wenige Tage vor der tödlichen Messerattacke auf eine 19-Jährige aus Neustadt hatte das Gericht ein Kontaktverbot gegen den mutmaßlichen Täter verhängt. Das hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal mitgeteilt.

Der 19-jährige hat die Tat gestanden. Er räumte ein, auf seine ehemalige Lebensgefährtin und einen 42 Jahre alten Nachbarn eingestochen zu haben. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Zuvor sollen der Angreifer und die 19 Jahre alten Frau gestritten haben.

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Der Tatverdächtige wurde am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete "Untersuchungshaft wegen Totschlags, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung" an. Es bestehe Fluchtgefahr.

Junge Frau verblutete

Die Leiche der 19-Jährigen wurde am Dienstag in der Rechtsmedizin der Uniklinik Mainz obduziert. Als Todesursache sei Verbluten infolge der Stichverletzungen festgestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Mann habe auf seine Ex-Freundin mehr als zehn Mal mit einem Küchenmesser eingestochen, so die Staatsanwaltschaft. Er floh zunächst, wurde aber kurze Zeit später von der Polizei festgenommen.

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Gewalttat ging wohl Streit voraus

Polizisten fanden die Frau in der Nacht zum Dienstag tot im Flur eines Wohnhauses. Kurz nach 23 Uhr waren die Beamten über einen Streit in dem Mehrfamilienhaus informiert worden. Das frühere Paar hat ein gemeinsames sieben Monate altes Kind. Der Vater soll aber keinen Kontakt zu ihm gehabt haben.

Neben der toten Frau saß ein 42 Jahre alter Nachbar. Er war laut Polizei von dem tatverdächtigen 22-Jährigen mit dem Messer angegriffen und verletzt worden. Der Nachbar ist den Angaben zufolge außer Lebensgefahr, muss aber aufgrund der Verletzungen in einer Klinik behandelt werden.

Bereits zu Haftstrafe auf Bewährung verurteilt

Der Tatverdächtige war für Polizei und Justiz kein Unbekannter: Er wurde bereits am 27. April wegen Körperverletzung rechtskräftig verurteilt, wie Staatsanwalt Hubert Ströber sagte. Weil der 22-Jährige die nun getötete Ex-Freundin geschlagen und gewürgt hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht in Neustadt zu einer Haftstrafe. Die Strafe von einem Jahr und zehn Monaten war zur Bewährung ausgesetzt.

Damals schon, als er die Frau auf brutale Weise angegangen hatte, seien beide kein Paar mehr gewesen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Ob der Tatverdächtige nach seiner damaligen Verurteilung bestimmte Auflagen zu erfüllen hatte - also ob er beispielsweise einen bestimmten räumlichen Abstand zu seiner Ex-Freundin einzuhalten hatte - blieb am Dienstag unklar.

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