Landgericht Frankenthal (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)

Eltern in Frankenthal vor Gericht Gequältes Baby aus Ludwigshafen: Verteidiger fordern Freispruch

Ein Elternpaar aus Ludwigshafen soll seinen sieben Wochen alten Sohn gequält und misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch mehrere Jahre Haft für die beiden gefordert. Die Verteidiger der Angeklagten fordern Freispruch.

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll die Mutter für acht Jahre ins Gefängnis - wegen besonders schwerer Misshandlung Schutzbefohlener und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Laut Staatsanwaltschaft soll sie den Säugling auch mit einem Fieberthermometer am Darm verletzt haben. Das Kind konnte nur durch eine Not-OP gerettet werden. Die Verteidiger von Mutter und Vater fordern dagegen Freispruch. Die Taten könnten nicht nachgewiesen werden.

Anklage fordert vier Jahre Haft für den Vater

Für den Vater plädierte die Staatsanwaltschaft auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen Misshandlung Schutzbefohlener und Kinder aus sexuellen Motiven. Der Mann soll den Penis seines Sohnes gequetscht haben. Am Mittwochnachmittag sollen die Rechtsanwälte der Angeklagten ihre Plädoyers halten. Die Anklage wirft dem Paar vor, seinen damals sieben Wochen alten Sohn im Oktober 2018 misshandelt zu haben. 

Gutachten: Knochenbrüche und Verletzungen im Unterleib

Nach dem Gutachten einer Rechtsmedizinerin war das Baby derart misshandelt worden, dass es mehrere Knochenbrüche und schwerste Verletzungen im Rektal- und Genitalbereich erlitt. Außerdem stellten die Ärzte Kopfverletzungen bei dem Säugling durch stumpfe Gewalt fest.

Ein Sachverständiger attestierte bei der Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung: Sie sei sich ihrer Verantwortung als Mutter nicht bewusst gewesen.

Eltern auf freien Fuß gesetzt

Die Angeklagten waren im Juni für den Rest der Verhandlung auf freien Fuß gesetzt worden. Grund war die Unterbrechung des Prozesses wegen eines erkrankten Pflichtverteidigers. Das Oberlandesgericht Zweibrücken hatte zwar einen dringenden Tatverdacht betont. Da aber das Paar sieben Monate in Untersuchungshaft gesessen habe und über einen festen Wohnsitz verfüge, genüge die wöchentliche Meldepflicht.

Kleiner Junge lebt heute bei Pflegefamilie

Der Junge lebt dem Vormund zufolge in einer Pflegefamilie und erholt sich allmählich. Für Prognosen über die Entwicklung sei es zu früh.

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