Flugzeugunglück in Hessen (Foto: picture-alliance / dpa)

Nach Flugzeugunglück in Osthessen Ermittlungen am Unfallort abgeschlossen

Zwei Tage nach dem tödlichen Flugzeugunglück auf der Wasserkuppe in Osthessen sind die Untersuchungen am Unfallort abgeschlossen. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen aber weiter.

Wie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) mitteilte, haben ihre Experten die Ermittlungen auf dem höchsten Berg Hessens abgeschlossen. Nun folgten weitere Nachforschungen. Mit ersten Ergebnissen sei allerdings erst in einigen Wochen zu rechnen.

Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchung am Unglücksort (Foto: picture-alliance / dpa, Jörn Perske)
Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen am Unglücksort Jörn Perske

Frau und Kinder waren sofort tot

Am Sonntagnachmittag hatte ein Flugzeug auf dem 950 Meter hohen Berg in der Rhön eine Mutter und ihre zwei Kinder erfasst. Die drei waren sofort tot. Das Flugzeug war nach einem missglückten Landeversuch über das Ende der Landepiste hinaus und über eine Landstraße hinweg geschossen. Auf einem angrenzenden Fußweg erfasste es die Familie.

Pilot kommt aus Ludwigshafen

Die Maschine war zuvor in Mannheim gestartet. Der Pilot kommt aus Ludwigshafen. Laut Polizei hat er sich bisher noch nicht zu dem Unfall geäußert. Nach Angaben des Vorsitzenden des badisch-pfälzischen Flugsportvereins, zu dem das Flugzeug gehört, sei der Mann noch nicht ansprechbar. Er werde psychologisch betreut. Der Pilot, die drei weiteren Insassen des Flugzeugs und eine Augenzeugin hatten bei dem Unfall einen Schock erlitten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Opfer stammen aus der Nähe von Fulda

Bei den Unfallopfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 39-jährige Mutter und ihre zwei Kinder: einen 11-jährigen Sohn und mit großer Wahrscheinlichkeit um ihre zwölf Jahre alte Tochter. Die Familie stamme aus dem Main-Kinzig-Kreis südlich von Fulda.

Die Familie war auf einer direkt hinter der Landebahn verlaufenden Straße spazieren gegangen. Der Pilot hatte nach Zeugenaussagen zuvor versucht, nach einem ersten Landeversuch durchzustarten, was ihm aber nicht gelang.

Der Bereich um die Unglücksstelle wurde abgesperrt (Foto: picture-alliance / dpa, Jörn Perske)
Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchung kamen an den Unglücksort Jörn Perske

"Erfahrener und geübter Pilot"

Der Vorsitzende des Badisch-Pfälzischen Flugvereins Mannheim sagte dem SWR, bei dem Piloten handle es sich um einen erfahrenen und geübten Piloten. Die 40 Jahre alte Cessna habe einen neuen Motor bekommen und sei technisch "völlig ok" gewesen. Der Unfall sei der erste schwerere Unfall für den Badisch-Pfälzischen Flugverein seit Beginn der Vereinsgeschichte im Jahr 1920.

Kripo ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Nach Angaben des Flugplatz-Chefs der Wasserkuppe waren die Wetterverhältnisse bei der Landung perfekt. Er vermutet einen Pilotenfehler als Ursache des Unfalls. Laut Polizei haben sich mehrere Zeugen gemeldet und zu dem Unfall ausgesagt. Ergebnisse werden allerdings erst in den nächsten Wochen und Monaten erwartet.

STAND