Lok versinkt im Rhein (Foto: SWR)

Keine Spur von Dampflok bei Germersheim Suche nach versunkener Lok im Rhein gescheitert

Die Suche nach der vor 166 Jahren im Rhein bei Germersheim versunkenen Lokomotive ist gescheitert. Der für die Suche zuständige Geophysiker sprach von einem "Desaster".

Die Bergungsfirma OHF Hafen- und Flussbau hatte in den vergangenen Tagen eine mehr als 450 Quadratmeter große Fläche bis zu neun Meter tief ausgebaggert. Aber an der vermuteten Unfallstelle im Rhein wurde nichts gefunden. Der Trägerverein, das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein, und die Bergungsfirma vereinbarten daraufhin den Abbruch der Bergungsaktion.

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16:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Anomalien offenbar falsch interpretiert

Der wissenschaftliche Leiter der Suche, Bernhard Forkmann, der auch als Geophysiker verantwortlich für die Ortung war, sprach von einem "Desaster". Er sei "bestürzt und ratlos". Der Freiberger Professor hatte offenbar Anomalien unter dem Flussbett falsch interpretiert. Er hatte die geologischen Anomalien zuvor eindeutig einem sechs Meter langen und 20 Tonnen schweren Eisenkörper zugeschrieben.

Die Lokomotive mit dem Namen "Rhein" ist im Februar 1852 bei einem Transportunfall auf dem Weg von Karlsruhe nach Köln im Rhein versunken und gilt seither als verschollen.

Älteste Dampflok bleibt verschollen

Sie wäre nach der Bergung die älteste im Original erhaltene Dampflok Deutschlands gewesen. Mehrere Ortungsversuche waren in der Vergangenheit misslungen, bis neuere Archivfunde einen Unfallort nahelegten - dessen geophysikalische Bestätigung sich nun als falsch herausgestellt hat.

Die Suche nach der ältesten Lokomotive Deutschlands hatte weit über Rheinland-Pfalz für Schlagzeilen gesorgt. So berichtete das "Wall Street Journal" über die Expedition.

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