Kühe auf Weide (Foto: dpa Bildfunk, Marc Müller)

Hinterbliebene fordern Schadensersatz Gericht verhandelt tödliche Kuh-Attacke auf Pfälzerin

Im Sommer 2014 war eine Wanderin aus Bad Dürkheim im Urlaub in Österreich von Kühen angegriffen und zu Tode getrampelt worden. Jetzt fordern ihre Hinterbliebenen vor Gericht 360.000 Euro Schadenersatz.

Die Familie wirft dem Tierhalter vor, gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen zu haben. Im Zivilprozess vor dem Landgericht Innsbruck widersprachen sich am Montag zwei Zeugen in einem wichtigen Punkt. Ein Mann erklärte, es habe Warnschilder mit dem Aufdruck "Achtung Mutterkuhhaltung" gegeben.

Zeugin: Von Kuh auf die Hörner genommen

Eine andere Zeugin sagte hingegen, diese Schilder seien erst nach dem Vorfall aufgestellt worden. Sie selber sei am Unglückstag selbst Opfer einer Kuh-Attacke geworden. "Die Kuh hat mich dann auf die Hörner genommen, wobei ich zu Boden gestürzt bin und mein Rucksack an den Hörnern der Kuh hängen blieb", so schilderte die Frau den Vorfall. Plötzlich sei die gesamte Herde von rund 20 Tieren um sie herum gewesen. "Mein Mann hat begonnen laut zu schreien, wodurch die Kühe wieder weggelaufen sind", sagte die Frau, die auch zwei Hunde dabei hatte.

Fühlten sich Kühe vom Hund der Frau bedroht?

Im Sommer vor fünf Jahren hatten 20 Kühe und Kälber die 45 Jahre alte Wanderin aus Bad Dürkheim auf einer Alm im Stubaital in Österreich zu Tode getrampelt. Sie war mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere sie attackierten. Der Druck auf den Brustkorb der Wanderin sei letztlich tödlich gewesen, hieß es von den Behörden damals. Vermutlich hatte es die Herde jedoch in erster Linie auf den angeleinten Hund der Frau abgesehen.

Kühe verteidigen ihre Kälber

Kühe verteidigen ihre Kälber gegen mögliche Feinde. Die Landwirtschaftskammer Tirol hat seitdem ihre Aufklärungsarbeit verstärkt. Hunde müssten zunächst immer an der Leine geführt werden. Bei einer Attacke sollte der Hund aber freigelassen werden und der Besitzer solle sich keinesfalls schützend vor sein Haustier stellen. Im vorliegenden Fall hatten die Behörden ihre strafrechtlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung der Sorgfaltspflicht eingestellt.

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