Kerzen in der Kirche (Foto: picture-alliance / dpa)

Herbstsynode der Evangelischen Kirche der Pfalz Aufklärung von sexualisierter Gewalt auf den Weg gebracht

Die Evangelische Kirche der Pfalz will Fälle sexualisierter Gewalt rückhaltlos aufarbeiten. Das beschloss die Synode in Speyer zum Abschluss ihrer Herbsttagung.

Der Landeskirchenrat wurde beauftragt, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Dies solle "sorgfältig und transparent" geschehen. Die von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland beschlossenen elf Punkte zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt sollen dabei die Richtschnur sein. Auf einen entsprechenden Antrag einigten sich die Synodalen zum Abschluss der diesjährigen Herbsttagung in Speyer.

Antrag spricht von lebenslangem Leid der Betroffenen

Sexualisierte Gewalt verursache tiefen seelischen Schmerz und lebenslanges Leid bei den Betroffenen, heißt es in der Begründung des Antrags. Gerade im Raum der Kirche müssten Menschen sich auf die Wahrung ihrer Würde und Unversehrtheit verlassen können. Wo immer dies nicht geschehen ist, habe sich die Kirche schuldig gemacht.

Vier Fälle zur Anzeige gebracht

Kirchenpräsident Christian Schad hatte am Freitag mitgeteilt, dass in der pfälzischen Landeskirche aus den vergangenen Jahrzehnten vier Fälle sexuellen Missbrauchs angezeigt worden seien. In einem Fall habe ein Pfarrer von selbst gekündigt, in einem zweiten Fall eines Pfarrers seien keine Beweise für ein Fehlverhalten erbracht worden. Zwei Fälle beträfen Vorwürfe ehemaliger Bewohner evangelischer Heime, die noch aufgearbeitet würden. Im Gegensatz zur katholischen Kirche wende sich die evangelische Kirche bei jedem Missbrauchsverdacht sofort an die staatlichen Strafverfolgungsbehörden, sagte Schad.

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