Anwalt wollte TÜV-Gutachter austauschen BASF-Prozess zieht sich hin

Das Urteil im BASF-Prozess lässt weiter auf sich warten: Die Verhandlung um das-Unglück von 2016 wird erst nach der Sommerpause fortgesetzt. Am Dienstag hatte das Gericht einen Befangenheitsantrag gegen einen TÜV-Gutachter abgelehnt.

Den abgelehnten Befangenheitsantrag hatte ein Rechtsanwalt gestellt, der die Eltern eines getöteten Feuerwehrmannes als Nebenkläger vertritt. Am Montag forderte er einen neuen Gutachter. Der Anwalt kritisierte, das TÜV-Gutachten im Prozess sei einseitig, nicht brauchbar und in hohem Maße widersprüchlich. Zudem haben es vor dem Gutachten enge wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der BASF und dem TÜV Süd gegeben.

Anwalt fordert neuen Gutachter

Der Anwalt forderte einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen. Seine Kritik: Der Gutachter habe den BASF-Rohrgraben nach dem Unglück begutachtet und eigentlich als sicher bewertet. Allerdings, so der Anwalt, habe der TÜV Süd die Anlage nach ihrem Bau damals technisch abgenommen.

Dauer

Richter lehnen Antrag ab

Die Richter erklärten hingegen, die jahrelange Zusammenarbeit von TÜV Süd und BASF sei kein Problem. Außerdem habe der TÜV-Gutachter keinen persönlichen Kontakt zur BASF gehabt.

Nach Angaben des Gerichts vom Dienstag soll im August soll ein Gutachter gehört werden, der sich mit Fernleitungen auskennt. Genau das hatte der Anwalt der Nebenklage angeregt. Bei dem Unglück im Oktober 2016 waren 5 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt.

Angeklagter hat keine Erinnerung an Unglück

Seit Anfang Februar steht deshalb ein Arbeiter vor Gericht. Der 64-Jährige ist angeklagt, versehentlich ein falsches, mit explosivem Gas gefülltes Rohr angeschnitten zu haben. Infolge des Unglücks starben vier Feuerwehrleute und ein Matrose. Der Angeklagte selbst sagte, er könne sich nicht an den Unglückshergang erinnern. Die Familien der Feuerwehrmänner treten als Nebenkläger in dem Verfahren auf.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Andere Ursache als Schnitt nicht denkbar

Zuletzt hatte ein Brandexperte als Zeuge ausgesagt, dass eine andere Explosionsursache als ein Schnitt an der falschen Rohrleitung aus seiner Sicht nicht in Frage kommt.

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