Beatmungsgerät im Krankenhaus (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Db Drägerwerk Ag)

Patienten unnötig lang beatmet? Vorwürfe sorgen für Minus bei Frankenthaler Klinik

Die Frankenthaler Stadtklinik rechnet im kommenden Jahr mit einem Minus von zwei Millionen Euro. Hintergrund sind Medienberichte über Patienten, die unnötig lange künstlich beatmet worden sein sollen.

Die Klinik war im September nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in die Kritik geraten. Dort hieß es, die Stadtklinik Frankenthal hätte Patienten aus finanziellen Gründen Patienten länger als medizinisch nötig künstlich beatmet. So habe die Klinik viel Geld von Krankenkassen bekommen.Denn: Je länger ein Patient beatmet wird, umso mehr Geld zahlen die Krankenkassen dafür. Außerdem soll ein Chefarzt der Klinik dafür Bonuszahlungen erhalten haben.

Keine weiteren Beamtungspatienten in Frankenthal

Ein Stadtsprecherin sagte nun, dass Oberbürgermeister und Klinikdezernent Martin Hebich (CDU) inzwischen angeordnet hat, dass die Klinik keine Beamtungspatienten mehr aufnehmen darf. Weil die Erlöse der Beatmungspatienten jetzt vollständig wegfallen, wird das Krankenhaus voraussichtlich Verluste machen.

Im November wurde bekannt, dass die Klinik den kaufmännischen Direktor entlassen will. Ein Krankenhausexperte und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft haben laut Stadt bei der zur Aufklärung angeordneten Untersuchung erhebliche Pflichtverletzungen festgestellt.

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