Langericht Frankenthal Eingang (Foto: SWR, Panja Schollbach)

Elternpaar aus Ludwigshafen vor Gericht Prozess um Baby-Misshandlung: Ärztin schildert schwere Verletzungen

Im Prozess vor dem Frankenthaler Landgericht berichtete die Rechtsmedizinerin am Montag von alten und frischen Rippenbrüchen bei dem Baby und anderen schweren Verletzungen. Am Mittwoch werden die Plädoyers erwartet.

Die Eltern aus Ludwigshafen haben laut Anklage ihr Baby misshandelt. Die Rechtsmedizinerin vom Heidelberger Institut für Rechts-und Verkehrsmedizin sagte vor Gericht am Montag, das neugeborene Baby habe auch zwei gebrochene Schienbeine gehabt, zudem Verletzungen am Penis und im Gesicht durch stumpfe Gewalt. Sie hatte das Baby am 16. Oktober 2018 untersucht. Die Verletzungen seien nur durch Gewalt zu erklären, sagte die Rechtsmedizinerin.

Eltern sollen Säugling missbraucht haben

Dem Elternpaar aus Ludwigshafen wird vorgeworfen, vor einem Jahr ihr damals sieben Wochen altes Baby lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Ärzte hatten zudem schwere innere und äußere Verletzungen im Unterleib des Jungen festgestellt. Der Junge war durch eine Not-Operation gerettet worden.

Kind lebt heute bei Pflegefamilie

Als im Gerichtssaal Fotos des verletzten Babys vom Oktober 2018 öffentlich gezeigt wurden, war der Vater sichtlich bewegt, die Mutter hingegen gefasst. Laut einem Entwicklungsbericht hat sich der inzwischen ein Jahr alte Junge zu einem fröhlichen und wachen Kind entwickelt. Er lebt inzwischen bei einer Pflegefamilie. Laut Bericht hat das Kind aber motorische Entwicklungsstörungen.

Sexuelle Motive bei beiden Eltern?

Der Mutter wirft die Anklage auch sexuelle Motive für die Taten vor. Die Frau hat die Vorwürfe im Prozess bestritten und beschuldigt den angeklagten Kindsvater. Das Gericht hat am Montag darauf hingewiesen, dass auch dem Vater sexuelle Motive zur Last gelegt werden könnten. Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag gesprochen.

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