Das Hambacher Schloss in der Pfalz (Foto: SWR)

Festakt zum 70. Jubiläum Wie pfälzisch ist das Grundgesetz?

Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft. Zu den führenden Persönlichkeiten, die daran mitwirkten, gehörten vier gebürtige Pfälzer. Sie hatten einiges beizutragen.

Große Feierstunde am Donnerstagnachmittag auf dem Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße: Mit einem Gelöbnis für angehende Rekruten der Bundeswehr wird der 70. Geburtstag des Grundgesetzes begangen. Mit dabei: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Das Hambacher Schloss gilt bekanntlich als Wiege der Demokratie. Aber nicht nur deshalb eignet sich der Ort für die Feier. Denn an der Ausarbeitung des Grundgesetzes waren gleich vier Pfälzer maßgeblich beteiligt. Sie gehörten dem 65-köpfigen Parlamentarischen Rat an, der am 1. September 1948 in Bonn zusammentrat, um das Grundgesetz zu erarbeiten.

Portraits von Wilhelm Laforet, Anton Pfeiffer, Friedrich-Wilhelm Wagner, Albert Fink (Foto: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde)
Wilhelm Laforet, Anton Pfeiffer, Friedrich-Wilhelm Wagner, Albert Fink Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde

Beispiel 1: Der Ludwigshafener Rechtsanwalt Friedrich Wilhelm Wagner

Auf ihn ist Artikel 102 des Grundgesetzes zurückzuführen - die Abschaffung der Todesstrafe. Es war nicht einfach für den SPD Mann Wagner, sich mit seiner Vorstellung von Humanität durchzusetzen. Aber er gab nicht auf, und somit war Deutschland neben San Marino und Island das einzige europäische Land, in dem es zu diesem Zeitpunkt keine Todesstrafe mehr gab.

Beispiel 2: Anton Pfeiffer aus Rheinzabern

Er setzte sich als Vorsitzender der Unionsfraktion im Parlamentarischen Rat für ein föderales System ein. Nicht zuletzt seinetwegen bekamen die Länder im Grundgesetz ihre Unabhängigkeit. Ironie der Geschichte: Anton Pfeiffer stimmte am Ende gegen seinen eigenen Vorschlag, aus Fraktionsdisziplin. Denn den Unionsparteien ging die Unabhängigkeit nicht weit genug.

Dauer

Beispiel 3: Albert Finck aus Herxheim

Über den lebensfrohen Pfälzer und frühen Verfechter der deutsch-französischen Freundschaft gäbe es viele Anekdoten zu erzählen. Bekannt wurde er vor allem, weil er sich dafür einsetzte, dass die dritte Strophe des Deutschlandliedes zu unserer heutigen Nationalhymne wurde. Bei einem Besuch Konrad Adenauers in der Landauer Festhalle 1949 hatte er entsprechende Liedblätter vorbereitet. Später machte Kanzler Adenauer in Berlin Fincks Aktion nach. Und ab 1952 stimmte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss der Hymne dann zu.

Beispiel 4: Wilhelm Laforet aus Edenkoben

Der Mitgründer der CSU in Würzburg war in Landau zur Schule gegangen und war dann in Bayern in die Politik gegangen. Als Mitglied des bayerischen Landtags zog er in den Parlamentarischen Rat ein. Er war ein großer Verfechter der föderalistischen Bundesordnung. 1949 zog er in den Bundestag ein.

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