Gerichtssaal im Landgericht Landau, Sprecher verliest Urteil im Mia-Prozess (Foto: picture-alliance / dpa, Andreas Arnold)

Achteinhalb Jahre Haft für Ex-Freund Staatsanwaltschaft legt Revision gegen Urteil im Mia-Prozess ein

Im Mordfall Mia hat die Staatsanwaltschaft Landau Revision eingelegt. Der Ex-Freund der 15 Jahre alten Schülerin aus Kandel war am Montag zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre gefordert.

Das Gericht hatte den Angeklagten nach Jugendstrafrecht wegen Mordes und Körperverletzung zu der Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt und blieb damit unter der Höchststrafe von zehn Jahren. Als über 18-jähriger Heranwachsender wäre für ihn auch eine Strafe von maximal 15 Jahren möglich gewesen.

Am Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft mit, die Einlegung der Revision ermögliche es der Behörde, nach Zustellung des Urteils die schriftliche Urteilsbegründung zu prüfen. Dann werde man entscheiden, "ob die Revision mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden kann und aufrechterhalten wird."

Urteil wird auf Rechtsfehler überprüft

Diese Entscheidung hat die Staatsanwaltschaft binnen eines Monats nach Zustellung des schriftlichen Urteils zu treffen. Hintergrund: Im Rahmen einer Revision kann das angefochtene Urteil lediglich auf Rechtsfehler überprüft werden. Grundlage der Prüfung sind dabei die schriftlichen Urteilsgründe. Die Revision ist also keine weitere Tatsacheninstanz. Eine eigene Beweisaufnahme zur Schuld- und Straffrage findet bei dem Revisionsgericht nicht statt.

Dauer

Der Anwalt des Angeklagten hatte nach der Urteilsverkündung am Montag auf Rechtsmittel verzichtet. Er sagte dem SWR, sein Mandant habe das Urteil im Gerichtssaal gefasst aufgenommen und nehme es an. Die Verteidigung hatte sieben Jahre und sechs Monate wegen Totschlags gefordert.

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