Baldauf wurde zum Spitzenkandidat der CDU gewählt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uwe Anspach)

CDU-Landesparteitag in Neustadt/Weinstraße Spitzenkandidat Baldauf beschwört den Teamgeist

Christian Baldauf  ist der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021. Er hat die Delegierten mit seinem Appell an Teamgeist und Bürgernähe überzeugt. Der unterlegene Bröhr hat sich als erster für das Team Baldauf angeboten.

Die Delegierten wählten Baldauf am Samstag mit 80,25 Prozent zum Spitzenkandidaten (321 Stimmen) für die kommende Landtagswahl. Der CDU-Landesvorstand hatte den 52-Jährigen bereits im Juni einstimmig als Spitzenkandidaten nominiert. Sein Herausforderer Marlon Bröhr kam nur auf 79 Stimmen.

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"Ich bin jetzt in Deinem Team", sagte der unterlegene Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, nachdem die Stimmen ausgezählt waren und gratulierte Baldauf. Seine Gegenkandidatur hatte im Vorfeld bei einigen Parteikollegen für Kritik gesorgt. Christian Baldauf hatte die Bewerbung hingegen sportlich genommen.

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Teamgeist genau wie auf dem Fußballplatz

 "Der Schlüssel zum Erfolg ist die Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben." Dieses Zitat von Fitz Walter hatte Baldauf in seiner Bewerbungsrede als Devise ausgegeben und damit offenbar einen Nerv in der Partei getroffen.

"Bei uns wird es rund gehen, aber zusammen, gemeinsam in eine Richtung", schwor auch die Landesvorsitzende Julia Klöckner in ihrer Eröffnungsrede die Delegierten auf Harmonie ein.

Marlon Bröhr gratuliert dem Gewinner der CDU-Spitzenkandidatur in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)
Gewinner und Verlierer - ab jetzt ein Team picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Harmonie pur bei der CDU

"Von Showdown oder einer Spaltung, wie vor dem Parteitag wegen des Kandidatenduells befürchtet, war hier nichts zu spüren", schildert SWR-Reporter Florian Fischer aus Neustadt. Der von den Delegierten mit 79 Stimmen abgestrafte Bröhr zeigte sich nach der Abstimmung als Teamplayer. Er gratulierte Baldauf umgehend.

 "Der Schlüssel zum Erfolg ist die Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben."

Christian Baldauf in Anlehung an Fritz Walter

In seiner Bewerbungsrede hatte Baldauf mehr Erzieher, Lehrer, Pfleger und Ärzte, eine wohnortnahe medizinische Versorgung gefordert, den Kommunen mehr Geld versprochen sowie eine "ernsthafte Umwelt- und Klimapolitik" angekündigt, die die Städte nicht gegen das Land ausspiele.

Absage an Linke und AfD

Der 52-Jährige richtete sich explizit auch an den Nachwuchs: "Ihr seid unsere Antennen. Ihr macht uns klar, wo wir zu träge geworden sind." Einer Zusammenarbeit mit Linken oder AfD erteilte er eine Absage - und rief dazu auf, die große Zahl der Nichtwähler wieder für die CDU zu gewinnen.

Bröhr hatte nur etwa halb so lang geredet und kaum Applaus bekommen - im Gegensatz zu Baldauf kein Heimspiel für den unerfahrenen Landespolitiker. Sein Credo, die CDU brauche ein neues Konzept, einen anderen Spitzenkandidaten, weil sie in einem strukturkonservativen Bundesland seit 30 Jahren zwar alle Wahlen gewinne - aber eben nicht die Landtagswahl, zündete nicht.

Neuanfang mit Bröhr fand keine Mehrheit

 Dass er als erfahrener und dreimal direkt gewählter Kommunalpolitiker der Richtige für seinen geforderten "echten Neuanfang" sein solle, sahen die Delegierten offenbar nicht. Sympathiebekundungen gab es zwar für seinen Satz: "Ich bin sicher, dass ich die Landtagswahl gewinnen kann. Sie müssen mich aber auch lassen." Dazu kam es aber nicht.

Mitgliederbefragung abgeschmettert

Eine Abfuhr erteilten die Delegierten auch dem Antrag auf eine Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur. Eine große Mehrheit stimmte gegen dieses Anliegen. Gestellt hatte den Antrag der CDU-Gemeindeverband Kirchberg aus dem Landkreis von Bröhr.

Baldauf beerbt Klöckner

Baldauf folgt als Spitzenkandidat auf Julia Klöckner. Die Landesvorsitzende war 2010 mit 95,5 Prozent der Stimmen und 2015 sogar einstimmig zur Spitzenkandidatin ihrer Partei gewählt worden. Gegenkandidaten hatte sie aber bei beiden Wahlen nicht. Baldauf hatte 2010 als Partei- und Fraktionschef auf eine Spitzenkandidatur zugunsten Klöckners verzichtet und war auch danach nicht angetreten.

Gerd Schreiner ist neuer Generalsekretär

Mit 94,4 Prozent der Stimmen ist der Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner zum neuen Generalsekretär gewählt worden. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Der 49-Jährige will sich besonders für die Parteibasis, Bildung und Klimaschutz stark machen. Schreiner tritt die Nachfolge von Christoph Gensch an. Dieser hatte sein Amt aus privaten Gründen aufgegeben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner spricht im Landtag in Mainz . (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)
Schreiner will sich als Generalsekretär unter anderem für den Klimaschutz einsetzen picture alliance / dpa
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