Das abgebrannte Mehrfamilienhaus in Lambrecht (Foto: SWR)

Obduktion der Toten abgeschlossen Brandopfer von Lambrecht waren stark betrunken

Das Ergebnis der Obduktion der fünf Todesopfer aus dem Brandhaus in Lambrecht liegt vor. Laut Staatsanwaltschaft starben sie an Rauchvergiftung und hatten zuvor viel Alkohol konsumiert.

Die Blutalkoholwerte bei den fünf Personen lagen nach Angaben der Staatsanwaltschaft jeweils zwischen 3 und 4 Promille. Zeichen äußerer Gewalteinwirkung seien an den Leichen nicht festgestellt worden. Es handelt sich um drei Männer im Alter zwischen 43 und 54 Jahren sowie um zwei 54-jährige Frauen. Vier der Opfer kommen aus Polen, das fünfte Opfer möglicherweise auch. Gesicherte Erkenntnisse dazu gebe es noch nicht. Es sei unklar, ob die drei Männer und zwei Frauen so stark betrunken waren, dass sie den Brand nicht bemerkt haben. Möglich sei auch, dass sie körperlich nicht mehr in der Lage waren, zu fliehen.

Die Brandruine in Lambrecht von oben. (Foto: SWR)
Die Brandruine in Lambrecht von oben.

Ergebnisse der Branduntersuchungen erwartet

Die Staatsanwaltschaft rechnet im Laufe der Woche mit den Ergebnissen des Brandsachverständigen, der die Brandursache untersucht. Er hatte am Montag die Arbeit aufgenommen. Der Experte musste vorsichtig vorgehen, die komplette Dachgeschosswohnung ist voller Löschschaum und kaum begehbar. Vermutet wird als Ursache ein technischer Defekt oder Fahrlässigkeit.

Rauchmelder vorhanden, aber nicht installiert

Inzwischen wurde bekannt, dass in der Wohnung keine Rauchmelder installiert waren. Es wurde aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Kiste mit originalverpackten Rauchmeldern gefunden, einer davon war ausgepackt. Der Vermieter der Wohnung wurde nach Angaben der Vermittler vernommen. Es stand im Raum, ob er sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten muss. Wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal dem SWR sagte, ist es möglicherweise angesichts der Alkoholwerte im Blut der Opfer unerheblich, ob Rauchmelder installiert waren oder nicht. Ein Rauchmelder hätte an der Hilflosigkeit der Opfer kaum etwas geändert.

Autofahrer warnte die übrigen Bewohner

Das Feuer war am vergangenen Donnerstag gegen 23:30 Uhr in der Küche der Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses ausgebrochen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Das Unglück hätte schlimmer enden können. Ein Autofahrer entdeckte den bereits lichterloh brennenden Dachstuhl am späten Donnerstagabend, hielt an und klingelte die übrigen Bewohner aus dem Haus. Insgesamt waren in dem Gebäude 23 Personen gemeldet, darunter viele Kinder.

Bilder vom Ort des Brandes Fünf Tote bei Feuer im pfälzischen Lambrecht

Fünf Tote bei Brand im pfälzischen Lambrecht (Foto: SWR)
Die Flammen schlagen aus dem Dachstuhl des Hauses. Bild in Detailansicht öffnen
Kurz vor Mitternacht bricht das Feuer im Dachstuhl aus. Bild in Detailansicht öffnen
Nach den Löscharbeiten finden Einsatzkräfte die fünf Toten. Bild in Detailansicht öffnen
Das vierstöckige Haus am Ortsrand von Lambrecht am Morgen nach dem Feuer. Bild in Detailansicht öffnen
Löschschaum vor dem Brandhaus. Bild in Detailansicht öffnen
Der ausgebrannte Dachstuhl von oben. Bild in Detailansicht öffnen
Der Dachstuhl ist komplett ausgebrannt. Bild in Detailansicht öffnen

Gebäude ist nicht mehr bewohnbar

Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben vier Minuten nach dem Alarm vor Ort. Die Mieter hätten auf der Straße gestanden und berichtet, dass noch die Bewohner des Dachgeschosses vermisst würden. Das Treppenhaus sei rauchfrei und begehbar gewesen.

Die restlichen Mieter - darunter zwei Familien mit Kindern - sind durch den Brand obdachlos geworden. Sie kamen fürs Erste bei Verwandten und Bekannten unter. Für sie sollen nun Wohnungen organisiert werden.

Lambrechter Bürger haben für die obdachlosen Überlebenden des Brandes Kleidung gesammelt. (Foto: SWR)
Lambrechter Bürger haben für die obdachlosen Überlebenden des Brandes u.a. Schuhe gesammelt.

Viele Spenden gingen ein

Die Hilfsbereitschaft der Mitbürger ist nach Angaben des Bürgermeisters überwältigend. Die Stadt warb auf ihrer Internetseite auch um die Spende von Haushaltsartikeln, Elektrogeräten oder Geld.

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