Prozessauftakt im Gericht (Foto: SWR)

Prozess um Explosion bei BASF Staatsanwalt fordert Bewährungsstrafe

Im Prozess um die Explosion bei der BASF in Ludwigshafen 2016 mit fünf Toten sind die Plädoyers gesprochen worden. Die Forderungen reichen von Haftstrafe bis Freispruch.


Vor dem Landgericht Frankenthal muss sich der Arbeiter einer Fremdfirma wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Er soll ein falsches Rohr angeschnitten und dadurch die Katastrophe ausgelöst haben.

Die Explosion im BASF-Landeshafen 2016 (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Explosion im BASF-Landeshafen 2016 Picture Alliance

Keine Mitschuld der BASF

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Bewährungsstrafe von zwölf Monaten für den Angeklagten. Er habe sich in fünf Fällen der fahrlässigen Tötung und des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion schuldig gemacht. Er habe in ein falsches Rohr mit einem leicht entzündlichen Gasgemisch geschnitten.

Die Anklage machte in ihrem Plädoyer deutlich, dass sie bei der BASF keine Mitschuld für das Unglück sieht. Alle Sicherheitsvorschriften seien eingehalten worden. Untersuchungen belegten, dass die Schuld an dem Inferno beim Angeklagten liege. Die Tat sei fahrlässig passiert, der Mann sei bei der Explosion selber schwer verletzt worden. Zudem sei er noch nie straffällig geworden.

Nebenklage will Haftstrafe

Die Nebenklage geht dagegen von grobem Verschulden aus und verlangt eine zweieinhalbjährige Haftstrafe. Auch sie sieht eine Mitschuld bei der BASF. Unter anderem hätte eine Brandschutzschicht auf dem betreffenden Rohr verhindern können, dass dieses schon binnen Minuten geborsten war. In der Folge kam es zu mehreren Explosionen. Fünf Menschen starben, mehr als 40 wurden verletzt.

Verteidiger Carsten Tews plädierte auf Freispruch. Das Unglück sei nur durch unzureichende Sicherheitsmaßnahmen und eine unzureichend Rohrisolierung möglich gewesen, sagte Tews. Der 63-Jährige habe daher nicht schuldhaft gehandelt.

Mit einem Urteil in dem Verfahren wird erst nächste Woche gerechnet.

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