Rauchwolken und Feuer auf Gelände der BASF in Ludwigshafen nach Gasexplosion (Foto: dpa Bildfunk, Michael Deines)

13 Termine vor dem Landgericht Frankenthal BASF-Explosion - Prozess beginnt Anfang Februar

Anfang Februar beginnt der Prozess um die schwere Explosion vom Oktober 2016 bei der BASF durch die fünf Menschen starben. Laut Gericht erinnert sich der beschuldigte Mitarbeiter an nichts.

Das Frankenthaler Landgericht hat am Freitag mitgeteilt, dass der Prozess am 5. Februar beginnt. Geplant seien derzeit insgesamt 13 Verhandlungstermine. Durch die Explosion am 17. Oktober 2016 waren vier Mitarbeiter der Werkfeuerwehr und ein Matrose ums Leben gekommen. 44 weitere Menschen waren verletzt worden.

Mann soll falsche Rohrleitung durchgeschnitten haben

Ein heute 64 Jahre alter Arbeiter einer Spezialfirma, die die BASF beauftragt hatte, soll bei Schweißarbeiten entgegen vorheriger Anweisung eine Leitung angeschnitten haben, was die Detonation auslöste. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor.

Angeklagter kann sich an Unglück nicht erinnern

Der Angeklagte könne sich an den genauen Hergang nicht erinnern und sich nicht erklären, wie es zum Unfall gekommen sei, teilte das Gericht mit. Er bedauere den Unfall außerordentlich. Der Mann war bei der Explosion ebenfalls erheblich verletzt worden und ist den Angaben zufolge aufgrund psychischer Beeinträchtigungen nicht mehr arbeitsfähig.

Falsche Leitung erwischt

Den Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte an einer Rohrleitung, die mit einem leicht entzündlichen Gasabfallgemisch aus Buten befüllt war, mit einem Trennschleifer einen Schnitt vorgenommen haben. In der Folge hätten sich Funken gebildet, die das Gas in der Leitung in Brand gesetzt und zur Explosion geführt hätten.

Die defekten Rohrleitngen nach der Explosion (Foto: dpa Bildfunk)
Die defekten Rohrleitngen nach der Explosion

Bei dem Unfall war dem Gericht zufolge ein Schaden von zwei bis drei Millionen Euro an unmittelbaren und mindestens 500 Millionen Euro an mittelbaren Folgen entstanden - zum Beispiel wegen Produktionsausfalls. Bei dem Prozess sollen ab 5. Februar 42 Zeugen und 10 Sachverständige gehört werden.

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