Blick ins Jägerthal (Foto: SWR, Sebastian Barth)

Verärgerte Anwohner, besorgte Gastronomen Abgeschnitten von der Telekommunikation im Jägerthal

Im Jägerthal westlich von Bad Dürkheim laufen die Bewohner gerade Sturm: Ihr Telefonnetz fällt oft aus, Handy-Empfang gibt es nicht. Und nun will ihnen die Telekom auch noch die ISDN-Leitung abschalten.

Künftig soll es, wenn es nach der Telekom geht, im Jägerthal (Landkreis Bad Dürkheim) nur noch eine Analog-Leitung geben. Internet wäre damit praktisch unmöglich. Für die Bewohner und die Betreiber der fünf Hotels und Restaurants im Jägerthal wäre das ein großes Problem. Das Jägerthal wäre erstmal abgeschnitten. Das könnte schlimme Folgen haben - beispielsweise wenn schwere Unfälle im Tal passieren und keine Hilfe geholt werden kann. Schon jetzt sei die Situation äußerst schwierig, sagt Werner Grill. Denn auch Polizei und Rettungskräfte hätten im Tal manchmal keine Funkverbindung.

Dauer

Hotels und Restaurant bangen um ihre Kundschaft

Die Inhaber der Restaurants und Hotels im Jägerthal fürchten, ihre Kundschaft zu verlieren, wenn sie künftig kein Internet und Fax mehr haben. Lilo Glauner vom Restaurant "7 Raben" sagt, für sie sei es geschäftsschädigend, wenn das Restaurant nur noch über eine einzige Telefonnummer und -leitung erreichbar sei. Außerdem hätte sie jetzt schon Schwierigkeiten, ihren Gästen klarzumachen, dass es kein Handynetz gebe. Das setze heutzutage jeder voraus.

Der Inhaber des Hotels "Waldhaus Wolfental", Christian Hofmann, sagt bisher sei bei ihm jedes Hotelzimmer mit einem Telefonapparat ausgestattet. Diese müsse er dann wohl abschalten. Dabei spielten gutes WLAN und guter Handyempfang für Kunden heute eine entscheidende Rolle bei der Wahl ihrer Unterkunft.

Anwohner sind empört

Auch die übrigen Anwohner des Tals sind empört darüber, dass sie jetzt künftig noch mehr Einschränkungen hinnehmen sollen. Die ISDN-Leitung bricht schon jetzt immer wieder zusammen und ist über Tage oder sogar Wochen tot. Eine Analogleitung ins Tal sei dennoch keine Alternative.

Betroffene Anwohner des Jägerthals (Foto: SWR, Sebastian Barth)
Die Anwohner sind sich einig: Noch schlechter darf die Kommunikation im Tal nicht werden Sebastian Barth

Glasfaserkabel für 2021 geplant

Die Telekom schert sich um die Probleme im Jägerthal nicht, finden die Anwohner. Einen Ansprechpartner bei dem Unternehmen für ihre Belange gebe es nicht. Auch die Presseanfragen des SWR zu diesem Thema wurden bisher nicht beantwortet. Vielleicht auch, weil das Konkurrenzunternehmen Innexio im Jägerthal bald Glasfaserkabel verlegen wird. Raimund Rinder von der Kreisverwaltung Bad Dürkheim sagt, die Firma sei gerade dabei, ein Tiefbau-Unternehmen zu suchen, das das Kabel dann verlege. Der grobe Zeitplan sehe vor, dass alles zum Frühjahr 2021 fertig sein soll.

Talbewohner fühlen sich allein gelassen

Laut Stadt und Kreisverwaltung Bad Dürkheim ist die Situation im Jägerthal nicht so dramatisch: Polizei und Rettungsfunk würden in dem Tal funktionieren. Außerdem könne die Verwaltung letztlich nichts tun, weil man von den Telefon- und Mobilfunk-Anbietern abhängig sei. Die Bewohner werfen den Behörden dagegen vor, dass nicht schon vor Jahren eine gute Infrastruktur ins Tal geschaffen wurde.

Es ist vollkommen unverständlich, dass damals beim Neubau des Radwegs versäumt wurde, auch ein Leerrohr ins Erdreich zu legen. Damit hätte man später technisch leicht nachrüsten können.

Werner Grill, betroffener Anwohner

Die Anwohner finden, diese Probleme müssten sie heute nicht haben. Und hoffen, dass ihnen zumindest die ISDN-Verbindung erhalten bleibt.

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